Am 7. Juni um 18.00 Uhr wird in Basel das lang ersehnte Eröffnungsspiel angepfiffen. Wenige Tage vor dem Start des drittgrössten Sportanlasses der Welt scheint sich die «Europhorie» hierzulande aber noch in Grenzen zu halten. Gemäss einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Am Puls freuen sich «erst» 40% der Bevölkerung auf das Fussballturnier im eigenen Land. Eine Mehrheit der 1269 vor kurzem befragten Schweizer zieht es dabei vor, die Spiele entweder zu Hause oder bei Freunden zu schauen.

Wie es um das Raseninteresse auf den Teppichetagen bestellt ist, wollte die «Handelszeitung» von einigen CEO von nationalen Grossfirmen wissen, die nicht allesamt direkt mit dem Sportereignis verbunden sind. Ungestützt sind bei den Top-Managern deutlich mehr als zwei Fünftel der Euro 08 gegenüber positiv eingestellt.

Jürg Bucher (PostFinance): «Wir engagieren uns zusammen mit anderen Firmen für den Spielort Bern. So helfen wir etwa mit, am 6. Juni das Begrüssungsfest ‹Fussball und Mundart› mit Züri West und Patent Ochsner in der Stadt Bern zu organisieren. Ich hoffe natürlich, dass unser Nationalteam mit guten Leistungen die Stimmung anheizt. Aber: Fussball ist, wenn Deutschland im Final steht.»

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Rolf Dörig (Swiss Life): «Fussball ist eine Sportart, die mich begeistert, die auch bei mir starke Emotionen weckt. Ich freue mich auf die Euro 08 und hoffe, dass es in der Schweiz wirklich ein grosses Fussballfest gibt, das alle anspricht. Und natürlich wünsche ich mir, dass wir auch eine vernünftige Leistung der Schweizer Mannschaft sehen werden. Ich werde sicher zwei Spiele live anschauen: Ein Viertelfinalspiel in Basel, wo wir noch nicht wissen, wer spielt; und das Gruppenspiel Holland gegen Rumänien. Ich hoffe, ein Land unserer drei Heimmärkte wird Europameister, sprich: Deutschland, Frankreich oder die Schweiz. Das wäre mir besonders sympathisch.»

Hansueli Loosli (Coop): «Fussball war schon immer eine Sportart, die mich begeisterte, auch wenn ich in andern Sportarten mehr Talent hatte. Umso mehr freut es mich, dass wir hier in der Schweiz die Europameisterschaft so hautnah miterleben dürfen. Als Junge habe ich sehr viel Fussball gespielt. Immer bei uns mitgespielt hat Urs Meier. Der ehemalige internationale Schiedsrichter hat uns schon damals gesagt und gezeigt, was eigentlich richtig oder falsch war. Meine Kollegen und ich haben gemeinsam einige Grümpelturniere bestritten, manchmal mit und manchmal ohne Erfolg. Während der Euro 08 werde ich sicher einige Spiele am Fernsehen mitverfolgen und ein Spiel in einem Stadion besuchen. Ich glaube an die Schweiz, bis ins Finale! Natürlich sind auch andere Europameister möglich; beispielsweise Portugal oder Deutschland.»

Andreas Meyer (SBB): «Ich freue mich sehr auf die Euro, sowohl beruflich als auch privat. Für die SBB ist die Euro in unserem Land eine riesige Chance: Mehr als eine Million zusätzlicher Kunden werden während der Euro mit den SBB reisen. Diesen Sieg wollen wir heimbringen. Und gleichzeitig werden wir unseren über 850000 Stammkunden, die rund ums Jahr täglich mit uns reisen, auch während der Euro möglichst den gewohnt guten Service bieten. Auch in diesem Match wollen wir punkten. Privat freue ich mich auf das tolle Fussballfest in unserem Land und auf die ausgelassene Stimmung von Tausenden von Fussballfreunden aus ganz Europa. Und als Optimist tippe ich natürlich auf die Schweiz als Europameister: Wir sind ja bereits Europameister im Bahnfahren. Was für ein Fest, wenn wir es im Fussball auch noch schaffen?!»

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Domenico Scala (Nobel Biocare): «Grundsätzlich interessiert mich die Euro 08 sehr, schliesslich spiele ich in meiner Freizeit ja selbst gerne Fussball. Wegen meiner Agenda werde ich es aber leider vor den Viertelfinals nicht schaffen, mir ein Spiel anschauen zu können. Ich gehe davon aus, dass klassische Turniermannschaften wie Deutschland, Italien oder auch Tschechien den Final unter sich ausmachen werden. Deshalb werde ich wohl Italien die Daumen drücken.»

Herbert J. Scheidt (Vontobel Group): «Ich finde es toll, dass die Schweiz Austragungsort einer der grössten Sportveranstaltungen der Welt ist, und freue mich auf ein unvergessliches Fussballfest. Die Euro 08 ist eine einmalige Chance für die Schweiz, sich als freundlicher, weltoffener und moderner Gastgeber zu zeigen. Als Deutschem in der Schweiz schlagen natürlich zwei Herzen in meiner Brust, eines für die Schweiz und das andere für Deutschland. Ich wünsche mir aber, dass die Schweiz als Gastgeber ins Finale kommt.»