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Schwach
CEO von Looser tritt nach schwachen Zahlen ab

Logo von Looser: Der Industriekonzern schwächelt. Keystone

Der Industriekonzern muss im ersten Semester einen deutlichen Rückgang bei Umsatz und Gewinn verkraften. Ausserdem gibt Looser-Chef seinen Rücktritt bekannt – und äussert einen Wunsch.

Veröffentlicht am 20.08.2015

Nach einem schwierigen ersten Semester 2015 gibt die Industriegruppe Looser den Rücktritt seines CEO und einen geplanten Management-Buy-out (MBO) bekannt. Looser verzeichnete im ersten Semester 2015 schwache Zahlen. Besonders der starke Schweizer Franken und die schwache Nachfrage im Segment Beschichtungen drückten den Umsatz und die Ergebnisse, wie Looser mitteilt. Auch für das zweite Semester erwartet Looser keine Verbesserung.

Der bisherige CEO Timt Talaat tritt zurück und hat gleichzeitig den Wunsch geäussert, die Single Temperiertechnik GmbH sowie den Geschäftsbereich Temperierung im Rahmen eines MBO zu übernehmen. Die kleinste Division des Unternehmens steht schon seit längerer Zeit in der Diskussion und bereits Ende 2014 wurde ein Verkauf als Option in Erwägung gezogen.

Absichtserklärung unterzeichnet

Die Übernahmeabsicht Talaats entspreche der vom Verwaltungsrat beschlossenen laufenden Fokussierung des Unternehmens. Der Verkaufsprozess soll nun gemäss Mitteilung in den nächsten neun Monaten abgeschlossen werden. Der Verwaltungsrat erachtet den Verkauf an das Management sowohl für die Mitarbeitenden der Single Gruppe als auch für die Kunden als eine gute und nachhaltige Lösung.

Deshalb hätten der Verwaltungsrat und Talaat bereits eine gegenseitige Absichtserklärung unterzeichnet. Demnach erhält Talaat die Möglichkeit, einen MBO zu strukturieren. Voraussetzung dafür sei aber, dass die Transaktion im besten Interesse für Looser und zu marktkonformen Konditionen abgeschlossen wird, heisst es in der Mitteilung. Talaat wird in der Folge per 31. August 2015 von seiner Funktion als CEO zurücktreten.

Bis ein Entscheid zur Nachfolge Talaats getroffen ist, werde Verwaltungsratspräsident Rudolf Huber sein Engagement bei Looser ausbauen und als Executive Chairman wirken. Damit wird bis auf weiteres die operative Leitung des Unternehmens in den Händen von Huber und CFO Christoph Fierz sein.

Schwieriges erstes Semester

Looser litt im ersten Halbjahr unter dem starken Franken und der schwachen Nachfrage im Segment Beschichtungen. Die in den Geschäftsbereichen durchgeführten oder eingeleiteten Massnahmen zur Effizienzsteigerung hätten bisher nicht die gewünschte Wirkung gezeigt. Der Umsatz sank um 10 Prozent, der Ebitda um 17 Prozent und der Reingewinn gar um 39 Prozent. Letzterer sei neben dem schwachen operativen Ergebnis vor allem von Währungsverlusten infolge der Aufhebung des Euro-Mindestkurses belastet worden.

Auch das nun zum Verkauf stehende Segment Temperierung verzeichnete im Vorjahresvergleich einen Umsatzrückgang in Schweizer Franken von 9,3 Prozent, erzielte jedoch in Lokalwährungen ein Wachstum von 4,1 Prozent. Dieser Umsatzanstieg in Lokalwährungen resultiere aus der höheren Nachfrage im Stammgeschäft und aus den positiven Entwicklungen in Asien.

Keine Besserung in Sicht

Wie schon in den ersten sechs Monaten, dürfte das zweite Semester von der aktuellen Währungssituation und der dadurch anfallenden signifikant negativen Währungseffekte belastet sein. Schwach wird auch weitern die Nachfrageentwicklung im Segment Beschichtungen erwartet.

Looser geht vor dem Hintergrund dieser Annahmen von einem Umsatz für das zweite Halbjahr auf dem Niveau des ersten aus. Für das Gesamtjahr strebt Looser zudem unverändert eine operative Marge in der Grösse des Vorjahres an. 2014 erzielte Looser eine Ebitda-Marge von 11,4 Prozent, im ersten Semester 2015 lag der Wert bei 11,6 Prozent.

(awp/dbe/ama)

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