Der Spezialpapier-Hersteller Cham Paper Group (CPG) hat im ersten Halbjahr 2015 wie bereits angekündigt einen deutlich tieferen Nettoumsatz erwirtschaftet. Auch der Ebit und der Reingewinn fielen massiv tiefer aus als im Vorjahr. Dennoch zeigt sich das Unternehmen zuversichtlich mit Blick auf die Zukunft.

Der Umsatz fiel um 14 Prozent auf 100,8 Millionen Franken. Der Betriebsgewinn auf Stufe Ebit brach um deutliche 73 Prozent auf 1,5 Millionen ein, die entsprechende Marge betrug damit 1,5 Prozent nach 4,7 Prozent im Vorjahr. Unter dem Strich verblieb gerade noch ein Reingewinn von rund 0,1 Millionen nach 3,6 Millionen im Vorjahr, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.

Schwache Zahlen erwartet

Damit lagen die Ergebnisse im Rahmen der bereits Mitte Juli veröffentlichten Eckdaten. Die Bank Vontobel hatte mit einem Umsatz von 89,1 Millionen Franken, einem Ebit von 1,4 Millionen und einem Reingewinn von 0,8 Millionen gerechnet.

Der Papierbereich habe wie erwartet ein anspruchsvolles Halbjahr hinter sich. So hätten die Investitionen in die Maschinenumbauten zur Kapazitätssteigerung in Carmignano zu Jahresbeginn und die Verlagerung der Streichmaschinenaktivitäten von Cham nach Italien im zweiten Quartal vorübergehende Kapazitätseinschränkungen, höhere Kosten und temporäre Ineffizienzen in der Produktion zur Folge gehabt. Zudem führte der stärkere US-Dollar zum Euro zu höheren Zellstoffpreisen, die nicht unmittelbar über Preissteigerungen an die Kunden weitergegeben werden konnten.

Firma wiegelt ab

Der Nettoumsatz der Sparte lag bei 100,4 Millionen Franken, der Bruttogewinn im Papierbereich sank um 25 Prozent auf 11,3 Millionen und das operative Betriebsergebnis sogar um 72 Prozent auf 1,4 Millionen. Insgesamt habe die Umsatz- und Gewinnentwicklung nicht den Möglichkeiten, die der Markt geboten habe, entsprochen, so Cham Paper. Allerdings sei die Nachfrage in allen Segmenten zufriedenstellend bis gut und die drei Einheiten im Papierbereich seien strategisch erfolgsversprechend positioniert.

Derweil verliefen die Vorbereitungen zur Umwandlung des Industrieareals in einen neuen Stadtteil im Geschäftsbereich Immobilien planmässig. Es sei weiterhin das Ziel, im Sommer 2016 die Urnenabstimmung über den Bebauungsplan und den Umweltverträglichkeitsbericht durchzuführen. Bereits heute finden auf dem Areal Zwischennutzungen durch über 50 verschiedene Mietparteien statt, der Umsatz des Bereichs lag bei 0,7 Millionen Franken und das Ebit war in etwa ausgeglichen.

Interessante und wachsende Märkte

Anfang April sei mit der Erarbeitung des Bebauungsplans für das Papieri-Areal die letzte Phase des kooperativen Planungsprozesses eingeleitet worden. Die Inhalte des Bebauungsplans würden zurzeit gemeinsam mit der Gemeinde und kantonalen Fachstellen definiert. Zudem wird ein Umweltverträglichkeitsbericht verfasst. Nach erfolgter Zirkulation bei den kommunalen Kommissionen und Verabschiedung durch den Gemeinderat Cham sollen der Bebauungsplan sowie der Umweltverträglichkeitsbericht termingemäss Anfang Oktober beim Kanton zur Vorprüfung eingereicht werden.

Die Aussichten für das Gesamtjahr beurteilt das Unternehmen zuversichtlich. Verwaltungsrat und Geschäftsleitung seien der Ansicht, dass die Gruppe gut positioniert sei. Der Papierbereich decke in allen drei Bereichen interessante und wachsende Märkte ab. Die Kontrolle der Kosten bleibe aber eine Herausforderung, heisst es weiter. Der Dollar/Euro-Wechselkurs und die damit verbundenen höheren Zellstoffpreise würden das Betriebsergebnis des Geschäftsbereichs Papier auch im zweiten Halbjahr noch negativ beeinflussen.

(awp/gku/ama)

 

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