Nach der Winterpause ist die Uefa Champions League am Dienstagabend mit den Achtelfinals auf die Schlussgerade eingebogen. Pünktlich dazu verkündete die Kreditkartengesellschaft Mastercard die Verlängerung ihres Sponsoringvertrages mit der Uefa.

«Mastercard wird sein Engagement als offizieller Partner der Uefa Champions League in den Jahren 2012 bis 2015 fortsetzen», teilte eine Zürcher PR-Agentur im Auftrag des Unternehmens mit. Die Uefa nahm dies mit Wohlwollen zur Kenntnis: «Wir sind sehr zufrieden, dass unsere Zusammenarbeit mit Mastercard, einer der führenden internationalen Marken der Welt, fortsetzen können», schrieb David Tayler, CEO von Uefa Events. 

Dem Pressecommuniqué von Mastercard lagen derweil drei Fotos bei, die Journalisten zur Bebilderung ihrer Artikel nutzen können. Auf einem der Bilder (siehe oben) sind hinter einer Werbebande der Kredtikartenfirma Supporter von AS Roma zu sehen. Das erstaunt, konnte sich der italienische Traditionsvereins doch gar nicht für die «Königsklasse» des europäischen Fussballs qualifizieren.

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Weit mehr irritiert das Foto jedoch aus einem anderen Grund: Zu sehen sind auch Rauchschwaden von abgebranntem pyrotechnischen Material oder «Knallpetarden». Will heissen: «Ultras» der AS Roma zündeten wenige Minuten vor der Aufnahme im eigenen Fansektor die «Pyros»

Mastercard: aus Versehen versandt

Zur Erinnerung: Während Partien der Champions League ist das Zünden und Abbrennen von Feuerwerkskörpern verboten. Verstossen die Fans gegen diese Regel, verhängt die Uefa gegenüber dem verantwortlichen Klub Geldstrafen und im Extremfall Geisterspiele – also Partien unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Zudem verstösst das Abbrennen der «Pyros» in der Schweiz gegen das Sprengstoffgesetz und wird mit bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe sanktioniert. Das Zürcher Derby zwischen dem FC Zürich und den Grasshoppers im vergangenen Herbst musste nach einem Pyro-Wurf abgebrochen werden. Daraufhin ging die Neuauflage zwischen den Stadtrivalen letzten Sonntag im Zürcher Letzigrund mit geschlossenen Fankurven über die Bühne. 

Auf Anfrage von «Handelszeitung Online» zeigte sich Mastercard selber nicht mehr glücklich mit der eigenen Fotowauswahl: «Das entsprechende Bild wird in der Kommunikation von Mastercard nicht mehr verwendet», kündigte das Unternehmen an und betonte, das Foto «wurde zu keinem Zeitpunkt in der Werbung genutzt und ist aus Versehen in dem Presseaussand enthalten gewesen».