Der Modehändler Charles Vögele ist mit dem Rückzug aus dem Verlustgeschäft in Belgien einen Schritt weiter. Der belgische Verwaltungsrat hat beschlossen, eine gerichtliche Reorganisation durch Übertragung des Geschäfts zu beantragen.

Dies stelle die beste Option zur Sicherung möglichst vieler Arbeitsplätze dar, schreibt der Konzern am Montag. Mit der beantragten Reorganisation erhält ein gerichtlich eingesetzter Sachwalter drei bis sechs Monate Zeit, einen Käufer für das Geschäft zu finden. Der Vorgang entspricht in etwa der schweizerischen Nachlassstundung. Über die Frist entscheiden die Nachlassrichter.

Verlustreiche Expansion

Wie Charles Voegele weiter mitteilt, ändert sich während der gerichtlichen Frist für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nichts. Der Betrieb läuft unter dem lokalen Management weiter wie gewohnt. Charles Vögele hatte den Rückzug aus Belgien Anfang Juni beschlossen. Das 1999 gestartete Geschäft hatte nie operative Gewinne geschrieben. Das Unternehmen hat in Belgien 41 Filialen mit 210 Mitarbeitenden.

Bereits 2013 zog sich das Modehaus aus Tschechien und Polen zurück. Neben der Schweiz sind die Pfäffiker noch in Deutschland, den Niederlanden, Österreich, Slowenien und Ungarn aktiv. Charles Vögele musste im vergangenen Jahr beim Turnaround erneut einen Rückschlag hinnehmen. Nach einem Aufwärtstrend 2014 gab es mit einem Verlust von 62 Millionen Franken wieder tiefrote Zahlen. Der Umsatz sank um 11 Prozent auf 803 Millionen Franken.

(sda/mbü)