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Absatzschwund
Charles Vögele steckt tief in der Krise

Filiale von Charles Vögele: Schwacher Herbst verhagelt Ergebnis. Keystone

Der Modehändler Charles Vögele wird 2015 nach eigenen Angaben rote Zahlen schreiben. Die Gründe für die Probleme sind vielfältig, Analysten zeigten sich von der Gewinnwarnung deshalb kaum überrascht.

Veröffentlicht am 25.11.2015

Der Modehändler Charles Vögele kommt vorerst nicht aus der Krise. Trotz Turnaround-Strategie mit neu gestalteten Filialen: Im laufenden Jahr wird das Unternehmen rote Zahlen schreiben. Dies teilte Charles Vögele am Mittwoch mit.

Operativ (Ebitda) werde es einen Verlust in einstelliger Millionenhöhe geben, heisst es in der Mitteilung. Der Umsatz werde zudem tiefer ausfallen als im letzten Jahr. Bei der Präsentation der Halbjahreszahlen war Charles Vögele noch optimistisch und erwartete ein Umsatzwachstum sowie ein positives operatives Ergebnis.

Analysten wenig überrascht

Doch der starke Franken, das tiefe Wirtschaftswachstum in den Absatzregionen und der warme Herbst machten dem Unternehmen einen Strich durch die Rechnung. Die Kunden blieben aus, die Kleider in den Läden hängen. Das dritte Quartal sei zwar gut gewesen, heisst es in der Mitteilung. Dennoch rechne man für das Gesamtjahr mit etwas weniger Umsatz.

An der Börse liess die Gewinnwarnung den Aktienkurs sinken. Zeitweise wurden die Titel zu nur noch 9,60 Franken gehandelt, nach 10,60 am Vortag. Bis zum Schluss erholte sich der Kurs wieder etwas und stieg auf 9,90 Franken, ein Minus von 6,6 Prozent. Analysten zeigen sich ob der Gewinnwarnung in Anbetracht des anhaltend schwierigen Marktumfelds wenig überrascht.

Langer Krebsgang

Der Modehändler steckt schon länger in der Krise. Im Vorjahr sah es allerdings nach einer Trendwende aus. 2014 schrieb Charles Vögele operativ wieder schwarze Zahlen - im Gegensatz zu den Jahren davor. Marketing-Kampagnen mit Stars wie Penélope Cruz oder Til Schweiger bescherten dem Unternehmen Aufmerksamkeit. Man begann die Filialen zu verschönern und das Sortiment auszumisten.

Die Turnaoround-Strategie wird fortgesetzt. Offenbar war sich das Management aber uneins darüber, wie. Daher nimmt der Verkaufschef nun den Hut. Matthias Wunderlin, seit November 2013 im Amt, verlasse das Unternehmen per sofort und in gegenseitigem Einverständnis, heisst es in der Mitteilung. Vorübergehend übernimmt Vizepräsident Meinrad Fleischmann die Funktion.

(sda/gku)

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