WEF . Für den Technologieunternehmer André Kudelski ist klar: «Die grösste Herausforderung des Jahres ist die wirtschaftliche Entwicklung in den USA und deren Auswirkungen auf die Welt.» Diese Meinung teilt Alex Widmer, CEO der Bank Julius Bär: «In einigen Monaten werden auch die offiziellen Daten bestätigen, dass sich die USA schon jetzt in einer Rezession befinden.»

In der konjunkturellen Abkühlung in den USA sieht auch James Schiro, der CEO des Finanzkonzerns Zurich FS, eine grosse Gefahr: «Mit einem möglichen Abschwung der US-Wirtschaft als Folge der Turbulenzen an den Finanzmärkten steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Weltwirtschaft in naher Zukunft einem beträchtlichen konjunkturellen Risiko ausgesetzt ist.»

Für Uwe Krüger, Konzernchef von OC Oerlikon, birgt die Umweltbelastung ebenso gravierende Gefahren: «Die grössten Herausforderungen entstehen durch die Klimaerwärmung und die Notwendigkeit, gleichzeitig deren Auswirkungen zu bewältigen.» Risiken ortet Peter Gomez, der Präsident der Swiss Financial Market Services, zusätzlich in der Globalisierung im Spannungsfeld von Gewinnmaximierung und gesellschaftlichem Nutzen. Wirtschaftsministerin Bundesrätin Leuthard bringt es auf den Punkt: «Die grösste Herausforderung ist es, wirtschaftliche, ökologische und entwicklungspolitische Interessen in ein Gleichgewicht zu bringen.» Darum zählt es für Herbert Scheidt, CEO der Vontobel Holding, zu den Aufgaben von Führungskräften und Politikern, «eine Balance zu finden zwischen den Gewinnern der Marktwirtschaft und den Ländern, Organisationen, Unternehmen und Personen, die sich dadurch bedroht fühlen».

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«Die Globalisierung zähmen»

Dafür hat Finanzminister Hans-Rudolf Merz Verständnis: «Ich bin ein grosser Verfechter der Globalisierungsidee. Dennoch sehe ich die künftigen Herausforderungen in ihrer Zähmung.» Umso wichtiger ist für Walter Kielholz, VR-Präsident der CS Group, der Dialog: «Das Motto des WEF-Treffens, ‹Die Macht der gemeinschaftlichen Innovation› weist zu Recht darauf hin, dass trotz Konkurrenz und geteilter Meinungen eine Zusammenarbeit möglich ist und neue Lösungen für die Herausforderungen der Welt gefunden werden können.»