1. Home
  2. Unternehmen
  3. Chemiemüll im Basler Rheinhafen

Chemiemüll im Basler Rheinhafen

Ein Teil des Basler Rheinhafens aus der Vogelperspektive. (Bild: Keystone)

Aushubmaterial aus einer ehemaligen Chemiemülldeponie sei laut Bericht von «Schweiz Aktuell» unsachgemäss behandelt worden. Jetzt droht eine Verunreinigung des Hafengebietes.

Veröffentlicht am 24.08.2012

Aushubmaterial aus einer ehemaligen Chemiemülldeponie in Monthey VS wird auf dem Transport in eine holländische Deponie im Rheinhafen von Basel umgeladen. Dabei soll das
Material laut einem Altlastenexperten unsachgemäss behandelt werden und droht so, das Hafengebiet zu verunreinigen. Das berichtet die Sendung «Schweiz aktuell».

In Monthey im Kanton Wallis werde seit diesem Jahr eine ehemalige Chemiemülldeponie saniert. «Das Material wird in einem luftdichten Zelt ausgehoben und anschliessend in ebenfalls luftdicht verschlossenen Containern nach Deutschland und Holland gebracht, um dort in Spezialanlagen vernichtet zu werden», schreibt das Schweizer Fernsehen SRF in einer Vorabmeldung. Ein Teil des Materials, das von der für die Sanierung zuständigen Firma Cimo als bloss «schwach belasteter Abfall» taxiert wird, werde jedoch in Basel ausgeladen, unverpackt aufgehäuft und im Hafen gut zugänglich zwischengelagert.

Chemieabfälle zwischen Kaffee und Soja

Dies sei deshalb bemerkenswert, weil das Aushubmaterial aus der ehemaligen Deponie nur wenige Meter neben jenem Ort zwischengelagert wird, wo unter anderem regelmässig Kaffee, Soja und Getreide umgeschlagen werden. Bruno Imhof, Geschäftsführer der Rhenus Port Logistics AG, die für den Umschlag des Chemieabfalls im Basler Hafen verantwortlich ist, sieht darin kein Problem: «Chemieabfälle und Lebensmittel kommen ganz bestimmt nicht miteinander in Kontakt, das kann ich Ihnen garantieren», erklärt er gegenüber «Schweiz Aktuell».

Martin Forter, Altlastenexperte und Umweltaktivist, erwidert: «Wenn dies gesetzeskonform wäre, müsste man das Gesetz sofort ändern, denn Chemiemüll neben Lebensmittel
umzuschlagen, kommt schlicht und einfach nicht in Frage.»

Recherchen bringen Bewegung in die Sache

Im Verlauf der Recherchen durch «Schweiz aktuell» sei nun im Hafen begonnen worden, das Material mit Planen abzudecken. Gestern Donnerstag hätten mehrere Krisensitzungen bei der Firma Rhenus stattgefunden. «Mit dabei waren unter anderem Vertreter der Transportfirma, die den Chemieabfall von Monthey nach Basel bringt, der Reederei, die das Material nach Holland verschifft, und des Basler Amtes für Umwelt und Energie, das für die Überwachung in Basel zuständig ist, sowie weiterer Firmen, die in die
Transportkette des Materials involviert sind», heisst es.

Auf Druck der Recherchen von «Schweiz aktuell» habe das Amt für Umwelt und Energie heute nachmittag bekannt gegeben, die Zwischenlagerung im Hafen noch einmal überprüfen zu wollen.

(vst/aho)

 

 

Anzeige