Die chinesischen Wettbewerbshüter wollen einem Zeitungsbericht zufolge gegen Audi eine Strafe von rund 30 Millionen Euro verhängen. Die Summe berechne sich aus einem bestimmten Prozentsatz des Audi-Umsatzes in der Provinz Hubei, berichtete die chinesische Wirtschaftszeitung «21st Century Business Herald» unter Berufung auf eine mit dem Fall vertraute Person.

Audi DE war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. In dem Kartellstreit geht es um angeblich überhöhte Preise. Audi hatte bereits eingeräumt, dass das Händlernetzwerk des Gemeinschaftsunternehmens mit dem lokalen Autobauer FAW in der zentralchinesischen Provinz «teilweise gegen das nationale Anti-Monopolgesetz verstossen" habe und die VW-Tochter eine Strafe akzeptieren werde.

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Strafaktionen ausgeweitet

Die chinesische Kartellbehörde NDRC hatte ausländischen Fahrzeugbauern vorgeworfen, zu hohe Preise für Ersatzteile, Service oder zum Teil auch für die Autos selbst zu verlangen. Hersteller wie Audi, Mercedes, BMW oder Jaguar Land Rover überschlugen sich in den vergangenen Wochen mit Preissenkungen - in der Hoffnung, die Ermittler milde zu stimmen.

Ungeachtet dessen weitete China die Strafaktionen aus. Auch die Daimler-Tochter Mercedes Benz und der US-Autobauer Chrysler gerieten ins Visier der Behörden. Bis zu zehn Prozent dessen, was die Konzerne im Jahr in China einnehmen, könnten laut Gesetz fällig werden.

(reuters/dbe)