Der japanische Autohersteller Honda wappnet sich für eine Abschwächung des chinesischen Automarktes und verschiebt den Bau eines dritten Werks im Lande um knapp zwei Jahre. 

Das gemeinsam mit dem lokalen Partner Dongfeng Motor Corp. in Wuhan geplante Werk werde nicht – wie ursprünglich vorgesehen – noch in diesem Jahr gebaut, sondern erst 2017, sagte der Vizepräsident des Joint Ventures, Chen Binbo, am Donnerstag auf Nachfrage. Die Fahrzeugproduktion werde damit nicht später als im Juli 2018 beginnen, sagte er. Eine endgültige Entscheidung solle noch in diesem Jahr fallen.

800-Millionen-Dollar-Projekt

Die Kosten für das Projekt mit Dongfeng Motor Corp. in Wuhan werden auf 822 Millionen Dollar geschätzt. Honda verschiebt mit diesem Schritt eine Kapazitätserweiterung trotz eines boomenden Fahrzeugabsatzes in China. In den ersten neun Monaten des Jahres konnte der Hersteller 34 Prozent mehr Fahrzeuge als im Vorjahreszeitraum verkaufen.

Allerdings lag das Wachstum des Gesamtmarktes für Autos in China in diesem Zeitraum auf dem niedrigsten Niveau seit drei Jahren. Als Grund gilt das nur moderate Wirtschaftswachstum, der zuletzt ausgeprägt volatile Aktienmarkt und regulatorische Begrenzungen bei den Neuzulassungen.

Stufenweise Expansion

«Viele Autohersteller erwägen nun, ihre Expansion stufenweise zu organisieren», sagte Analyst Tao Gaovon IHS Automotive, «damit ist Honda also nicht alleine». Es sei bei vielen Fahrzeugherstellern in den kommenden Jahren mit einem Aufschub der zweiten und dritten Expansionsphase zu rechnen, denn der Markt wächst nicht so schnell wie erwartet, wie er sagte.

Honda hatte laut Mitteilung an die lokalen Behörden im Dezember 2014 ein Werk mit einer Kapazität von 240.000 Fahrzeugen für die Summe von 5,2 Milliarden Yuan beantragt. Dort sollten SUV, Limousinen und Elektroautos gebaut werden. Über den Aufschub der Pläne von Honda hatte zunächst das japanische Blatt Nikkan Kogyo berichtet.

(bloomberg/ise)

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