Die Goldreserven des chinesischen Staates sind in den vergangenen sechs Jahren um fast 60 Prozent gestiegen. Ende Juni besass der chinesische Staat 1658 Tonnen, wie die Zentralbank in Peking mitteilte. Zuletzt hatte sie im April 2009 Angaben zu den Goldreserven gemacht – damals waren es 1054 Tonnen.

Die Währungsreserven der Volksrepublik insgesamt betragen offiziellen Angaben zufolge 3,69 Billionen Dollar. Zum Vergleich: Die Schweizerische Nationalbank (SNB) verfügt über 1040 Tonnen Gold und die Devisenreserven wurden zur Jahresmitte auf 516 Milliarden Franken beziffert.

Sinkende China-Goldschmucknachfrage

Die weltweite Nachfrage nach Gold hatte im vergangenen Jahr nach Angaben des World Gold Council um 4 Prozent auf 3942 Tonnen abgenommen. Als Grund nannte die im Council versammelte Goldminenindustrie einen Rückgang bei der Nachfrage nach Schmuck.

In China war die Nachfrage regelrecht eingebrochen, und zwar um 33 Prozent auf 814 Tonnen – als Grund wird die Kampagne der Regierung gegen Korruption gesehen.

Gold auf Fünfjahrestief

Der Goldpreis ist in den vergangenen Monaten gefallen, weil Investoren einen Zinsanstieg in den USA erwarten. Steigende Zinsen machen Anlagen in den USA attraktiver. Das stärkt den Dollar – und schwächt im Gegenzug andere Währungen. Anleger aus Europa müssen deshalb immer mehr für Gold hinlegen. Darunter leiden die Nachfrage und auch der Preis für das Edelmetall. Mit steigenden Zinsen fällt aber auch ein grosser Nachteil der Goldanlage schwerer ins Gewicht: Gold wirft – im Gegensatz zu vielen anderen Anlagen – keine Zinsen ab.

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Am Montag kostete eine Unze Gold 1110 Dollar (1025 Euro), das war der niedrigste Preis seit März 2010. Den bisherigen Rekord hatte der Preis im Sommer 2012 mit 1800 Dollar pro Unze erreicht.

(awp/ise/hon)