China tastet sich an die Entwicklung von Banken in privater Hand zur Entwicklung der Wirtschaft heran. Die staatliche Banken-Regulierung kündigte ein entsprechendes Pilot-Projekt in Shanghai, Tianjin, Zhejiang und Guangdong an. Es ist der erste zaghafte Schritt des Landes hin zu einer Öffnung seines bislang stark abgeschirmten Bankensektors für private Investoren.

Bessere Geldversorgung

Das Projekt war im Januar beschlossen worden. Es soll unter anderem den Wettbewerb fördern. Ziel ist eine bessere Geldversorgung für kleine und mittelgrosse Firmen, die für den Grossteil der Wirtschaftsleistung und der neuen Arbeitsplätze stehen. Bisher dominieren mächtige Staatsbanken die Branche, die vorwiegend die ebenfalls grossen Staatsbetriebe bedienen.

China habe einige private Investoren ausgewählt, um an einem Probelauf zur Eröffnung von fünf Banken teilzunehmen, erklärte der Vorsitzende der Bankenregulierungskommission, Shang Fulin, am Dienstag am Rande des Nationalen Volkskongresses in Peking.

Zu den Firmen gehören die Internet-Unternehmen Alibaba und Tencent.

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Die Privatbanken sollen sich auf Investitionen in kleine Unternehmen konzentrieren. Jede Bank solle dabei mindestens zwei Gründer haben, erklärte Shang. Die Banken arbeiteten unabhängig und seien gleichermassen für Verluste, Risiken und Profite verantwortlich.

Bereits im November hatte die Kommunistische Partei entschieden, den Bankensektor auch für private Investoren zu öffnen. Ein weiterer Punkt in der chinesischen Reformagenda: Innerhalb von zwei Jahren soll es den Banken erlaubt werden, selbst die Zinsen für Kontoinhaber und Anleger festzulegen.

Bislang sind die meisten Banken in China unter Kontrolle des Staates. Mit der Kontrolle über die Kreditvergabe hat die Regierung so einen entscheidenden Einfluss auf die Wirtschaftsentwicklung in China. Die grossen Staatsbanken tendieren dazu, den grössten Teil ihrer Kredite an staatliche Firmen zu vergeben.

(reuters/sda/dbe/chb)