Mit den am Montagabend präsentierten Quartalszahlen hatte Apple neue Rekorde aufgestellt – das nimmt CEO Tim Cook niemand weg. Beim detaillierten Blick in den Zahlenkranz wird aber deutlich, dass sich die Weltkarte der Verkaufserfolge verändert. So musste der Computerriese aus Cupertino in den Märkten Nord- und Südamerika sowie in den asiatischen Staaten ausserhalb Japan und China sogar Umsatzeinbussen hinnehmen.

Ganz anders Japan und vor allem China – einschliesslich Hongkong und Taiwan. Letztere Region wird von Apple erst seit 2012 in der Berichterstattung separat ausgewiesen. Während Apple-Ikone Steve Jobs nie nach China gereist war, entdeckte Cook die Wichtigkeit des Marktes früh. Zuletzt signierte er zum iPhone-Verkaufsstart über China Mobile am Hauptsitz des weltgrössten Mobilfunkanbieters sogar Geräte für Apple-Kunden.

China-Mobile-Kooperation zeigt sich im nächsten Ergebnis

In absoluten Zahlen ist Apple über die vergangenen Jahren überall gewachsen, doch die rasant wachsende Bedeutung der beiden asiatischen Top-Märkte ist frappant. Das Wirtschaftsmagazin «Fortune» hat diese geografische Verschiebung – in erster Linie hin zu China – grafisch eindrücklich umgesetzt:

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Im nächsten Quartalsbericht werden dann auch erstmals die Zahlen für Apples Kooperation mit dem weltgrössten Mobilfunkanbieter China Mobile sichtbar, die seit dem 17. Januar, also erst seit knapp zwei Wochen läuft. Marktforscher gehen davon aus, dass im vergangenen Jahr in China 354 Millionen Smartphones ausgeliefert worden sind – Platzhirsche sind, nebst etlichen heimischen und internationalen Hersteller, die Südkoreaner von Samsung.

760 Millionen Kunden, 3000 Verkaufsstellen

China Mobile verfügt über mehr als 760 Millionen Vertragskunden und vor allem ein gut ausgebautes Vertriebsnetz im chinesischen Hinterland – insgesamt mehr als 3000 Verkaufsstellen. «Man kann nicht unser Geschäft betreiben und in China nicht vernünftig aufgestellt sein», hatte Cook in der Telefonkonferenz vom Montagabend gesagt.

Über den Verkaufsstart gehen die Meinungen auseinander: «Wir hatten in der vergangenen Woche so viele Aktivierungen wie noch nie in China», sagte Cook in der Telefonkonferenz am Montagabend. Das ist inhaltlich alles andere als eine Überraschung – was hätte auch sonst passieren sollen? Die «New York Times» schloss auf Grund des ausgebliebenen Andrangs vor den Apple Stores jedenfalls bereits auf einen enttäuschenden Start. 

Noch sind Analysten skeptisch, ob sich Apple mit China Mobile Wachstum ohne Ende an Bord geholt hat: Die iPhone-Verträge mit Vorauszahlung gelten für die chinesische Kundschaft als (zu) teuer. Kommt hinzu, dass die Kooperation noch weiter Fahrt aufnehmen muss: Aktuell werde das iPhone über China Mobile nur in 16 Städten verkauft – laut Cook sollen es bis Jahresende deren 300 sein: «Wir sind unglaublich aufgeregt.»

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