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Puffer
Chinas Banken brauchen Milliarden an Frischgeld

China Construction Bank in Shanghai: Chinas Banken brauchen mehr Kapital. Keystone

Offenbar sind Chinas Grossbanken zu schwach auf der Brust, um den strengeren Kapitalregeln gerecht zu werden. Insidern zufolge brauchen die Institute bis zu 400 Milliarden Dollar an Frischgeld.

Veröffentlicht am 10.11.2015

Die vier grössten chinesischen Banken brauchen Experten zufolge 350 bis 400 Milliarden Dollar frisches Kapital, um den strengeren Vorschriften für die Branche gerecht zu werden. Dies werde voraussichtlich aber erst nach 2020 umgesetzt, sagten Insider aus der Branche zu Reuters. Die vier global systemrelevanten Institute aus China - Bank of China, Agricultural Bank of China, ICBC sowie die China Construction Bank - wollten sich dazu nicht äussern. Ihre Aktien gaben am Dienstag aber bereits nach.

Von 2019 an müssen die 30 wichtigsten Banken der Welt eine Haftungsmasse von mindestens 16 Prozent ihrer risikogewichteten Bilanzsumme (RWA) vorhalten. Ab 2022 soll dieser als TLAC-Quote (Total Loss Absorbing Capacity) bezeichnete Puffer auf mindestens 18 Prozent steigen.

Aktionäre und Gläubiger sollen zuerst bluten

Er besteht nicht nur aus Eigenkapital. Auch Anleihen oder andere Schuldpapiere zählen dazu. Auf diese Weise sollen erst die Aktionäre und Gläubiger einer Bank bluten, wenn sie Verluste schreibt, bevor der Staat einspringen muss, um nicht das ganze Finanzsystem in Schieflage zu bringen.

Zwischenzeitlich war in der Diskussion, Banken aus Schwellenländern zunächst auszunehmen. Dagegen hatten sich Institute aus dem Westen aber gestemmt, die einen Wettbewerbsvorteil für die chinesischen Häuser bei ihrer Expansion fürchten.

(reuters/dbe/mbü)

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