Die Anzahl chinesischer Firmen mit einem Sitz in unserem Land hat sich laut der Aussenhandelsorganisation Osec innerhalb von nur einem Jahr von 30 auf 50 erhöht. Das Wachstumstempo ist beeindruckend: Vor sechs Jahren waren es erst ein halbes Dutzend. Besonders interessieren sich die Chinesen für die Bereiche Informatik, Maschinen, Handel, Pharma, Chemie und Bildung, wie eine Aufstellung der Osec und der Handelskammer Schweiz-China (SCCC) belegt.

Zumindest vorerst wird die Schweizer Wirtschaft von China aber nicht überrollt, denn noch bleiben viele Hürden. Laut Stefan Schmid von PricewaterhouseCoopers, der an einer Ansiedlung interessierte Chinesen berät, zeigt sich das inbesondere bei Akquisitionen. «Chinesische Gruppen haben eine Tendenz, ohne umfassende Strategieanalysen Gesellschaften oder Firmenteile zu kaufen, welche etwa aufgrund finanzieller Schwierigkeiten oder fehlender Nachfolge veräussert werden», beobachtet er. Eine Folge: Die Integration der gekauften Firmen in die chinesische Firmenkultur ist oft schwierig.

Auch Liang Jianquan, der seit Anfang Jahr amtierende Generalkonsul Chinas in Zürich, beschwichtigt. Die Angst vor Chinas Einkaufstour bei Firmen und Rohstoffen sei zwar «verständlich, allein wegen der Grösse unseres Landes und wegen unserer rasanten Entwicklung», sagt er im Interview mit der «Handelszeitung». «Aber China kann nicht nach Belieben in der Schweiz oder in Europa Firmen kaufen.»

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