Der britisch-südafrikanische Bergbaukonzern Anglo American hat wegen gesunkener Rohstoffpreise im ersten Halbjahr deutlich weniger verdient. Der um Sondereffekte bereinigte Überschuss ging um 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 1,25 Milliarden Dollar zurück, wie das Unternehmen in London mitteilte. Damit traf es die Erwartungen von Analysten.

Unter dem Strich brach der Gewinn sogar um mehr als zwei Drittel auf 403 Millionen Dollar ein. Das lag unter anderem an negativen Bewertungseffekten bei Absicherungsgeschäften. Anglo will seinen Aktionären trotzdem wie im Vorjahr 32 Cent je Anteilsschein als Zwischendividende überweisen.

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Wegen der schwächeren Wirtschaftsentwicklung in China sind die Rohstoffpreise in diesem Jahr gesunken. Das macht allen Bergbaukonzern zu schaffen. Sie streichen deshalb bereits geplante Investitionen zusammen und drücken die Kosten. Viele Analysten gehen davon aus, dass sich die Minenkonzerne nach Jahren des Booms auf ruhigere Zeiten einstellen müssen.

«Wir müssen viel effizienter werden»

Der neue Anglo-Chef Mark Cutifani will in den kommenden drei Monaten seine Strategie festzurren. Er hatte im April Cynthia Carroll abgelöst, in deren Amtszeit der Börsenkurs deutlich zurückgegangen war. In einer ersten Einschätzung kündigte Cutifani nun an, dass der Konzern keinen grundlegenden Richtungswechsel brauche. «Wir müssen aber viel disziplinierter, effektiver und effizienter werden», erklärte der Manager.

Anglo American ist ein breit aufgestellter Konzern, der zahlreiche Rohstoffe fördert. Unter anderem gehört ihm das Diamantenunternehmen De Beers.

(jev/tno/awp)