An einer Übernahme des Schweizer Pflanzenschutz- und Saatgutherstellers Syngenta gibt es einem Medienbericht zufolge auch in China Interesse. Der Rivale China National Chemical Corp (ChemChina) habe eine knapp 42 Milliarden Franken schwere Offerte vorgelegt, meldete die Nachrichtenagentur Bloomberg.

Syngenta habe das Angebot von rund 449 Franken je Aktie zwar unter Verweis auf Wettbewerbsbedenken zurückgewiesen. Die beiden Unternehmen seien aber weiter im Gespräch und eine Einigung sei in den nächsten Wochen möglich. Erst Ende August hatte der US-Konkurrent Monsanto seine ähnlich hohe Offerte nach hartnäckigen Widerstand des Syngenta-Managements zurückgezogen.

Auch mit DuPont verhandelt

Wie das «Wall Street Journal» kürzlich unter Berufung auf Insider berichtete, verhandelt Syngenta auch über einen Zusammenschluss mit der Agrarsparte des US-Chemiekonzerns DuPont. Zuletzt erhöhten Aktionäre den Druck auf die Syngenta-Führung, einen Verkauf des Unternehmens in Erwägung zu ziehen.

Der weltweite Markt für Pflanzenschutzmittel und Saatgut wird mit Syngenta, Monsanto, den US-Rivalen DuPont Pioneer und Dow Chemical sowie den deutschen Konkurrenten Bayer und BASF nur von gut einer handvoll Unternehmen kontrolliert. Die Branche steht angesichts fallender Getreidepreise unter Druck und leidet unter der schwächelnden Geschäften in Lateinamerika, vor allem im wichtigen Markt Brasilien.

Syngenta-Aktionäre fordern Aufnahme von Gesprächen

Die «Vereinigung kritischer Syngenta-Aktionäre» macht erneut ihrem Unmut über die Konzernstrategie des Basler Agrochemieunternehms Luft. Sie fordert vom Verwaltungsrat, dass er seinen Pflichten nachkommt und Gespräche mit ChemChina aufnimmt. Angebote zurückzuweisen, ohne diese gründlich und vorurteilslos geprüft zu haben, sei «unakzeptabel», so die Vereinigung in einer Stellungnahme.

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Syngenta habe von ChemChina ein Übernahmeangebot erhalten und dieses unter Berufung auf regulatorische Vorbehalte zurückgewiesen, vermeldete Bloomberg. Die Meldung ist nicht bestätigt. Die Aufforderung gelte selbstverständlich nur für den Fall, dass auch tatsächlich ein Angebot der Chinesen vorliegt, ergänzte Folke Rauscher, der Geschäftsführer der Vereinigung, auf Anfrage von AWP.

(reuters/awp/chb)