Die Uhrenmarke Corum hängt erstmals seit ihrer Übernahme durch die chinesische Haidan-Gruppe im Jahr 2013 «nicht mehr am Infusionstropf», wie der operative Direktor Davide Traxler in einem Interview mit der Westschweizer Tageszeitung «Le Temps» feststellte.

Corum habe im Januar Verkäufe im Umfang von 4 Millionen Franken realisiert. Bei dieser Verkaufsmenge handelt es sich, wie Traxler betonte, um die gleiche Höhe, die im gesamten ersten Quartal 2015 erzielt worden sei. Traxler erinnerte daran, dass sich im vergangenen Jahr die Produktionsmenge von Corum auf 10'700 Uhren und die Verkäufe auf rund 8000 belaufen hätten.

Rote Zahlen seit 2009

Die Verkäufe der europäischen Marken der Gruppe hätten um 17 Prozent auf 96 Millionen Franken gesteigert werden können. Laut Traxler hat das Unternehmen, das seit 2009 Defizite einfährt, bis 2014 jährlich zwischen 10 und 20 Millionen Franken verloren. Für 2016 sei hingegen mit einem Wachstum zu rechnen. Traxler machte dazu allerdings keine näheren Angaben. Auch auf längere Sicht gibt sich Traxler «sehr optimistisch».

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2013 gelangte die Luxusuhrenhersteller Corum aus La Chaux-de-Fonds für 86 Millionen Franken in den Besitz der chinesischen Haidan, die mittlerweile City Champ heisst. Traxler zeigte sich im Interview «angeekelt» über das Misstrauen und die Vorbehalte gegenüber chinesischen Eigentümern. Er sprach in diesem Zusammenhang sogar von «Diskriminierung».

Corum beschäftigt laut Angaben von Traxler aktuell rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon 70 in La Chaux-de-Fonds.

(sda/mbü)