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Aviatik
Chinesische HNA will offenbar Swissport veräussern

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Swissport: HNA hat die Pläne für einen Börsengang diesen Frühling abgeblasen.Quelle: Keystone

HNA hat Schulden. Der chinesische Gigant will deshalb offenbar bei der Deutschen Bank aussteigen - auch Swissport stehe zum Verkauf.

Veröffentlicht am 07.09.2018

Die Deutsche Bank hat offenbar bald einen Grossaktionär weniger. Wie das « Wall Street Journal» am Freitag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtete, werde das chinesische Konglomerat HNA in den nächsten Monaten seinen Anteil von zuletzt 7,6 Prozent am grössten deutschen Geldhaus abstossen - auf Druck der Regierung in Peking.

Sprecher des Instituts und von HNA wollten keinen Kommentar abgeben. Das «Handelsblatt» zitierte einen anonymen Mitarbeiter von HNA mit den Worten: «Mit dem Verkauf des Deutsche-Bank-Anteils beweisen wir, dass wir die Botschaft verstanden haben.» Derzeit gebe es aber noch keinen konkreten Zeitplan oder einen bestimmten Abnehmer für die Papiere.

Auch Swissport steht offenbar zum Verkauf, wie das «WSJ» wissen will. Zuvor hatte HNA diesen Frühling versucht, den Flugzeugdienstleister sowie den Schweizer Flugzeugverpfleger Gategroup an die Börse zu bringen. Nebst diesen beiden ehemaligen Swissair-Töchtern ist HNA auch bei der Basler Dufry engagiert.

HNA finanzierte Einkaufstour mit Schulden

Der Staat und Gläubiger der hochverschuldeten HNA hatten zuletzt den Druck erhöht, sich wieder auf das alte Kerngeschäft Luftfahrt und Tourismus zu konzentrieren. An der Börse gab die Aktie der Deutschen Bank am Freitag in der Spitze 2,6 Prozent nach.

HNA hatte sich in den zurückliegenden Jahren für viele Milliarden verschuldet und bei zahlreichen westlichen Firmen eingekauft, darunter Fluglinien und mehrere bekannte Hotelketten wie Hilton und NH. Seit einiger Zeit zieht sich HNA aus einigen dieser Beteiligungen wieder zurück – doch trotz dieser Abtrennungen in einem Umfang von rund 20 Milliarden Dollar leidet der Konzern unter Liquiditätsengpässen.

Die UBS gleiste Deal mit der Deutsche Bank auf

HNA hält die Deutsche-Bank-Aktien über die österreichische Fondsgesellschaft C-Quadrat, deren Chef Alexander Schütz auch für HNA im Aufsichtsrat des Instituts sitzt. Sein Vertrag läuft offiziell noch bis 2023. Die Schweizer Grossbank UBS unterstützt quasi als Hausbank. Gekauft wurden die Papiere auf Kredit und über eine komplexe Derivatekonstruktion («Collar») abgesichert. Die UBS wollte sich am Freitag nicht äussern.

(reuters/mbü)

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