Am Freitag kommt in der Schweiz das iPhone 6 in den Verkauf. Auch dieses Jahr dürften wieder etliche Apple-Fans vor den Stores in Zürich, Genf oder Basel übernachten, um so schnell wie möglich eines der begehrten Geräte zu ergattern. In Ländern wie Deutschland, Frankreich, Japan oder England gibt es das neue Smartphone bereits seit vergangenem Freitag. Laut Apple sollen am ersten Wochenende über 10 Millionen iPhone 6 verkauft worden sein.

Der riesige Ansturm auf das Gerät sorgt gerade vor allem in den USA für skurile Szenen: In New Haven im US-Bundesstaat prügelten sich Chinesen um die Plätze in der Warteschlange, berichtet die Nachrichtenagentur «Bloomberg». Die Polizei verhaftete drei Streithähne. Zu tumultartigen Szenen mit Polizeieinsätzen kam es auch vor den Apple-Stores in Manhattan – und meistens waren Chinesen beteiligt (siehe Video unten).

Boomender Schwarzmarkt in China

Das ist kein Zufall. Wie mehrere Beobachter berichten, landen die meisten der Geräte auf dem Schwarzmarkt in China. Laut «Washington Post» bringen die Handys dort das zehnfache des eigentlichen Verkaufspreises ein. Ein Modell des iPhone 6 könne in der Volksrepublik auf dem Schwarmarkt 3000 bis 4000 Dollar einbringen, berichtet «Bloomberg».

Denn während das iPhone in der Schweiz etwas später als in anderen Ländern auf den Markt kommt, ist der Verkaufsstart in China noch überhaupt nicht abzusehen. Die regulatorischen Hürden liegen hoch: Apple wurde noch nicht die Erlaubnis für den Vertrieb gegeben, berichtete Pekings Nachrichtenagentur Xinhua vergangene Woche. Manche Beobachter befürchten, dass Apple die Erlaubnis womöglich nie erhält.

Dabei peilte Apple das Land in Fernost ursprünglich für die erste Verkaufswelle an. Apple selbst nimmt dazu keine Stellung. Experten schätzen, dass vor der offiziellen Lancierung – so sie denn kommt – bis zu 5 Millionen der neuen iPhones auf illegalem Weg nach China kommen könnten, heisst es bei «Bloomberg».

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Kleiner finanzieller Zustupf

Bei den Chinesen vor den Apple-Stores in den USA handelt sich offenbar vor allem um legale und illegale Einwanderer. Sie werden vermutlich dafür bezahlt, mehrere iPhones zu kaufen und diese an Auftraggeber in China zu schicken. Dafür dürften sie nur ein paar Dollar pro Gerät verdienen, mutmasst die «Huffington Post».

Dennoch: Der kleine finanzielle Zustupf zu ihrem meist schlechten Jahreseinkommen scheint viele chinesische Immigranten zu locken: Die Warteschlange vor Apples New Yorker Flagship-Store an der Fifth Avenue war am Wochenende über einen Block lang. Laut «Huffington Post» seien 90 Prozent der Wartenden Chinesen gewesen. Viele durchliefen die Schlange demnach gleich mehrmals, da Apple nur zwei Geräte an eine Person verkauft.