Die Lufthansa nimmt auch Manager ausserhalb des Konzerns als Nachfolger für den scheidenden Chef Christoph Franz ins Visier. «Natürlich werden wir uns auch externe Kandidaten ansehen. Und wir werden uns Unterstützung durch Profis, also Personalberater holen», sagte Lufthansa-Aufsichtsratschef Wolfgang Mayrhuber der «Welt am Sonntag» laut einem Vorabbericht.

Und weiter: «Qualität geht vor Schnelligkeit. Wir haben es nicht eilig. Christoph Franz hat einen Vertrag bis Ende Mai 2014», ergänzte Mayrhuber. Franz sei keine «lahme Ente», er könne den Konzern noch steuern.

Franz geht zu Roche

Der 53-jährige Franz hatte Anfang der Woche überraschend erklärt, nächstes Jahr an die Spitze des Verwaltungsrats von Roche zu wechseln. Die lange Übergangszeit war auch Thema auf der Aufsichtratssitzung der Lufthansa am Mittwoch. Insbesondere Vertreter der Arbeitsnehmerseite hatten ihren Unmut geäussert, hiess es aus Aufsichtsratskreisen.

Als Nachfolgekandidaten werden bislang vor allem Manager gehandelt, die dem Konzern schon länger angehören. Als aussichtsreichster Kandidat gilt Aufsichtsratskreisen zufolge der 46-jährige Carsten Spohr. Der selbstbewusst auftretende Manager ist seit 2011 im Vorstand der Lufthansa, zuständig für das Passagiergeschäft, und hat das laufende Sanierungsprogramm zusammen mit Franz auf den Weg gebracht.

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Einige Lufthanseaten halten ihn für einen ebenso harten Sanierer wie Franz - und nicht für den erhofften Brückenbauer. Aussenseiter-Chancen werden Cargo-Vorstand Karl-Ulrich Garnadt sowie Harry Hohmeister eingeräumt, der für die Lufthansa-Töchter zuständig ist.

(reuters/muv)