Probleme in Nord- und Südamerika machen Fiat Chrysler zu schaffen. Im zweiten Quartal brach der Überschuss um mehr als die Hälfte auf 197 Millionen Euro ein, wie der italienische Auto-Hersteller mitteilte. In den USA lasteten hohe Steuern auf dem Ergebnis, obwohl der Umsatz dort um sieben Prozent anstieg. Fiat übernimmt derzeit die US-Marke Chrysler komplett. Sie hatte sich während der Absatzkrise in Europa als Stütze des Konzerns erwiesen. Kosten in Zusammenhang mit dem Kauf lasteten aber jüngst auf der Bilanz.

In Lateinamerika, das einst für ein Viertel von Fiats Gewinn stand, lief es insgesamt nicht rund. Zum einen macht der hohe Euro dort zu schaffen, zum anderen endeten in Brasilien Anreize zum Autokauf. Insgesamt fiel der Umsatz um 23 Prozent und damit deutlich stärker als Experten befürchtet hatten.

Ferrari und Maserati wachsen weiter

Dagegen gab es Fortschritte im Luxussegment mit Ferrari und Maserati sowie in Asien und Europa. Der Umsatz des Konzerns kletterte um rund vier Prozent auf 23,3 Milliarden Euro. Auf dem Heimatkontinent punktete die Italiener vor allem mit dem kleinen Fiat 500, dem neuen Ducato und Jeeps - die Gewinnschwelle ist fast erreicht.

Aber auch zweistellige Wachstumsraten in Asien machten die Einbussen in Nord- und Südamerika nicht wett. Der Markt reagierte enttäuscht auf die Bilanz. Der künftig siebtgrösste Autobauer der Welt blieb hinter den Analystenprognose zurück. Fiat-Aktien fielen um 1,3 Prozent.

Bei den Franzosen geht es bergauf 

Um Fiat hatte es zuletzt wiederholt Übernahmespekulationen gegeben. Der vor 115 Jahren gegründete Traditionskonzern wies sowohl Berichte über einen Zusammenschluss mit Volkswagen als auch mit Peugeot Citroen zurück. Bei den französischen Autobauern ging es dank strikter Einsparungen zuletzt wieder bergauf.

Anzeige

(reuters/lur)