Der US-Autobauer Chrysler hat zum ersten Mal seit 1997 einen Jahresgewinn erzielt. 2011 erwirtschaftete der von Fiat übernommene Konzern einen Nettoüberschuss von 183 Millionen Dollar, nach einem Minus 652 Millionen Dollar im Vorjahr.

2009 hatte der Konzern nur mit milliardenschwerer Hilfe des Staates überlebt. Der italienische Fiat-Konzern übernahm damals 20 Prozent und besitzt inzwischen die Mehrheit an dem Konzern.

Angesichts boomender Autoverkäufe vor allem im wichtigen Heimatmarkt geht es seit Monaten aufwärts mit Chrysler. Der Umsatz sprang um 31 Prozent auf 55 Milliarden Dollar. «Das Haus ist in schönster Ordnung», verkündete Konzernchef Sergio Marchionne. «Wir sind stolz auf die Arbeit, die wir geleistet haben.»

Vor allem das letzte Quartal lief blendend mit einem Gewinn von 225 Millionen Dollar, nach einem Verlust von 199 Millionen Dollar im Vorjahr. Die Schulden schrumpften drastisch, der Marktanteil in den USA legte nach Firmenangaben im Gesamtjahr von 9,2 auf 10,5 Prozent zu.

In der Heimat setzte der Konzern mit knapp 1,4 Millionen Wagen der Marken Chrysler, Dodge, Jeep und Ram die Masse seiner Autos ab. Weltweit stieg die Zahl der ausgelieferten Fahrzeuge von 1,6 auf 2 Millionen.

Weiteres Wachstum

Im laufenden Jahr will Chrysler weiter zulegen und auf einen Umsatz von um die 65 Milliarden Dollar kommen. Der Gewinn soll auf unterm Strich rund 1,5 Milliarden Dollar hochschiessen.

Chrysler galt lange als Sorgenkind unter den US-Autokonzernen. Die Rivalen General Motors und Ford schrieben nach der grossen Krise des Jahres 2009 wesentlich schneller wieder Gewinne und das in Milliardenhöhe.

Dagegen war Chrysler auf die Hilfe von Fiat angewiesen. Chef beider Unternehmen ist seit Beginn der Allianz Marchionne. Auf mittlere Sicht strebt er eine komplette Verschmelzung an.

(laf/tno/sda)