Seit letzter Woche ist der italienische Autokonzern Fiat Haupteigner des ehemals maroden amerikanischen Autobauers Chrysler – und muss jetzt schon tiefrote Zahlen verkünden. Der Fehlbetrag im zweiten Quartal belief sich auf 370 Millionen Dollar – gut doppelt so viel wie im Vorjahresquartal.

Bei Licht betrachtet sieht es bei Chrysler aber weniger düster aus: Grund für die Verluste sind Rückzahlungen von Staatshilfen an die US-Regierung und an Kanada. Vor dieser Sonderbelastung hat sich gemäss Mitteilung von Chrysler ein bereinigter Quartalsgewinn von 181 Millionen Dollar ergeben.

Die Regierungen der beiden Länder hatten Chrysler in der schweren Branchenkrise des Jahres 2009 vor dem Bankrott gerettet. Der italienische Wettbewerber Fiat ergriff damals die Chance und bot sich als Hilfe bei den Bemühungen an, Chrysler wieder auf Vordermann zu bringen.

Marchionne: Kein Grund zur Sorge

Grund zur Sorge sieht Konzernchef Sergio Marchionne allerdings trotz der Quartalsverluste nicht. Im Gegenteil: «Es gibt keinen Zweifel, Chrysler hat in diesem Quartal einen grossen Schritt vorwärts getan.» Die Verkäufe stiegen um 19 Prozent auf 486'000 Autos. Weil Chrysler zudem höhere Preise erzielen konnte, kletterte der Umsatz sogar um 30 Prozent auf 13,7 Milliarden Dollar.

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Die Italiener halten nun 53,5 Prozent an Chrysler und sind auf dem besten Weg, einen weltumspannenden Autokonzern zu schmieden. Zuletzt hatte Chrysler vor allem auf seinem Heimatmarkt Erfolge gefeiert. Nach eigenen Angaben stieg der Marktanteil binnen eines Jahres von 9,4 auf 10,6 Prozent.

(cms/laf/sda)