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Halbjahreszahlen
Cicor wächst im Halbjahr profitabel

 

Die Industriegruppe Cicor weist ein ambivalentes erstes Halbjahr aus. Während eine Division auf Kurs ist, herrscht in einer anderen erhebliches Verbesserungspotenzial vor.

Veröffentlicht am 21.08.2014

Die Industriegruppe Cicor will profitabel wachsen und hat das im ersten Halbjahr 2014 zumindest in der Division Electronic Solutions (ES) getan. Demgegenüber besteht es in der Division AMS (Advanced Microelectronics & Substrates) noch beträchtliches Verbesserungspotential. Auf Gruppenebene strebt Cicor mittelfristig nach wie vor eine Ebit-Marge von 8 Prozent an.

In den ersten sechs Monaten wuchs der Gruppenumsatz um 9,1 Prozent auf 102,9 Millionen Franken und der Auftragseingang um 0,4 Prozent auf 100,2 Millionen. Währungsbereinigt wäre der Umsatz gar um 11 Prozent und die Bestellungen um 2,2 Prozent in die Höhe geklettert, teilte der Hersteller von elektronischen Komponenten und Systemen am Donnerstag mit. Per Ende Juni lag der Auftragsbestand bei 119,7 Millionen.

Margen steigen

Auch auf Gewinnstufe konnte Cicor dank Effizienzverbesserungen im Corporate Bereich zulegen. So erhöhte sich der Betriebsgewinn auf Stufe EBITDA um 18 Prozent auf 8,5 Millionen Franken, was zu einer Margensteigerung auf 8,2 Prozent von 7,6 Prozent aus der Vorjahresperiode führte. Der EBIT nahm um ein Viertel auf 3,6 Millionen Franken zu und unter dem Strich lag der Reingewinn bei 1,8 Millionen nach 1,2 Millionen im Vorjahr. Die Ebit-Marge stieg um 0,5 Prozentpunkte auf 3,5 Prozent.

Mit ein Grund für die tieferen Kosten sei das Fehlen des CEO inklusive Assistentin, hielt CFO und interims-CEO Patric Schoch an einer Telefonkonferenz fest. Ein Grossteil der gesamten Einsparungen stünden aber im Zusammenhang mit der effizienteren Ausgestaltung von Prozessen im Zusammenhang und auch die Zusammenlegung der ehemaligen PCB (Printed Circuit Boards) und ME (Mikroelektronikfertigung) Divisionen unter dem AMS-Dach zahle sich aus.

Die Suche nach einem neuen CEO laufe auf Hochtouren und habe im Verwaltungsrat höchste Priorität, sagte Schoch, der seit dem Weggang von Roland Küpfer im Dezember 2012 das Unternehmen leitet.

ES Division im Soll

Das gute Wachstum der Gruppe sei vor allem auf die «sehr starke» Weiterentwicklung der ES Division zurückzuführen, so Schoch weiter. Dabei seien im Geschäft mit Gesamtlösungen rund um die Elektronik, etwa in der Medizinal-, Automotive- oder der Transport-Industrie, Marktanteile dazugewonnen worden.

Der Umsatz der Division erhöhte sich um 19 Prozent auf 75 Millionen Franken. Sowohl die europäischen als auch die asiatischen Standorte hätten einen Beitrag dazu geleistet. Der Bereichs-EBIT kletterte auf 4,4 Mio CHF nach 3,1 Mio im Vorjahr, dies bei einer entsprechenden Marge von 5,9 Prozent (VJ 4,9 Prozent).

AMS hat Talsohle durchschritten

Im Gegensatz dazu sei die AMS Division mit einem schwierigen ersten Halbjahr konfrontiert gewesen. Um die Sparte wieder auf Kurs zu bringen, hat Cicor seit dem zweiten Halbjahr 2013 diverse Massnahmen zur Effizienzsteigerung in Angriff genommen und den Verkauf gestärkt. Zudem arbeite man mit einigen Kunden an neuen Produkten, erklärte Schoch und strich dabei Projekte aus der Uhrenindustrie hervor.

Der Umsatz bei AMS ging im Halbjahr um 11 Prozent auf 27,9 Millionen Franken zurück. Dadurch bedingt rutschte der Ebit  mit 0,1 Millionen ins Minus nach einem Plus von 1 Million im Vorjahr. Die Talsohle sei aber durchschritten worden, hielt der CFO fest.

Mit Mittelfristplanung auf Kurs

Cicor sei gut aufgestellt, um 2014 auf Gruppenebene sowohl den Umsatz als auch den Gewinn in einem stabilen wirtschaftlichen Umfeld erneut zu steigern, tönt es im Ausblick. Entscheidend für die Marge werde sein, wie gut der Umbau von AMS vorankomme. «Wenn sich das Geschäft gemäss unseren Erwartungen entwickelt, werden wir das mittelfristige Ziel einer EBIT-Marge von 8 Prozent erreichen», verspricht Schoch. Im Jahr 2013 lag die Ebit-Marge bei 4,5 Prozent.

In der zweiten Jahreshälfte 2014 dürften sich die Geschäfte der ES Division in der gleichen Grössenordnung wie im ersten Halbjahr entwickeln. Bei AMS rechnet Cicor bis Jahresende mit einer positiven Umsatzentwicklung und einem verbesserten Ebit. Dabei werde insbesondere aus der Uhren- und Telekommunikationsindustrie ein guter Geschäftsverlauf erwartet.

Die Aktie von Cicor steht am frühen Nachmittag mit 0,8 Prozent auf 37,4 Franken im Plus, während der Gesamtmarkt (SPI) 0,53 Prozent dazugewinnt. Bislang wurden 1'654 Aktien gehandelt, dies bei einem durchschnittlichen Tagesvolumen von zuletzt 2'110.

(awp/chb)

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