Die Citigroup leistet für fragwürdige Hypothekengeschäfte eine 7 Milliarden Dollar schwere Abbitte. Wie die US-Grossbank am Montag in New York mitteilte, zahlt sie 4,5 Milliarden Dollar an US-Behörden und gewährt zudem Finanzierungshilfen und -erleichterungen für Hausbauer im Wert von 2,5 Milliarden Dollar.

Der kostspielige Vergleich im Hypotheken-Streit verhagelt dem Geldhaus die Bilanz. Der Nettogewinn brach im zweiten Quartal um 96 Prozent auf 181 Millionen Dollar ein, wie die Citigroup mitteilte. Die Einigung mit den US-Behörden sorgte dabei für eine Sonderbelastung von 3,8 Milliarden Dollar.

Die kompletten Geschäftsergebnisse wollte die Bank noch am gleichen Tage bekanntgeben. Mit dem Vergleich hätten sich alle anhängigen zivilrechtlichen Hypothekenermittlungen erledigt, erklärte Bankchef Michael Corbat. Der Vergleich erlaube der Bank, sich «auf die Zukunft zu fokussieren, nicht auf die Vergangenheit».

Risiken verschwiegen

Die US-Justiz hatte gegenüber zahlreichen Banken den Vorwurf erhoben, ihre Kunden beim Verkauf von Hypothekenpapieren über den Tisch gezogen zu haben, indem sie ihnen die wahren Risiken verschwiegen hätten. Ausbleibende Kreditraten und der damit verbundene rapide Wertverfall dieser Hypothekenpapiere befeuerten die Finanzkrise 2008.

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Branchenführer JPMorgan hatte sich im November mit der Justiz auf eine Zahlung von 13 Milliarden Dollar geeinigt. Bei der Bank of America wird über einen Vergleich in Höhe von 12 Milliarden Dollar spekuliert.

(sda/me/sim)