Die Citigroup hat im Gegensatz zum US-Bankenprimus JP Morgan im ersten Quartal 2014 überraschend viel verdient. Der Gewinn stieg um 4 Prozent auf 4,15 Milliarden Dollar, wie die drittgrösste US-Bank mitteilte.

Die Bank profitierte davon, dass sie Rückstellungen für faule Kredite auflösen konnte, da viele Kunden angesichts der sich erholenden US-Wirtschaft ihre Raten wieder regelmässiger bezahlen können.

Schwacher Anleihehandel belastet

Im Kerngeschäft gingen aber sowohl die Einnahmen als auch Gewinn zurück, weil der Anleihenhandel und das Geschäft mit Hauskrediten schwächelten. Ausserdem fielen höhere Kosten für Rechtsstreitigkeiten an. Die Bank überprüft bei seiner Tochter in Mexiko einen Betrugsfall.

Auf das Citi-Portfolio mit problembehafteten Vermögenswerten, die noch auf die Finanzkrise von 2008 zurückgehen, entstand nur noch ein Verlust von 292 Millionen Dollar. Im Jahr zuvor waren es noch 798 Millionen Dollar.

Sorgenkind an der Wall Street

JP Morgan hatte am Freitag einen deutlichen Gewinnrückgang ausgewiesen, der zudem die Markterwartungen verfehlte. Das hatte bei Anlegern die Befürchtung geschürt, der Jahresauftakt könnte auch bei anderen Instituten schwach gewesen sein.

Anzeige

Diese Woche legen noch die Bank of America und die führende Investmentbank Goldman Sachs Bilanzen vor. Am Mittwoch orientiert auch die Credit Suisse über ihr Startquartal 2014.

Die Citigroup galt in den vergangenen Jahren als Sorgenkind an der Wall Street. Im vergangenen Jahr gelang ihr aber ein Gewinnzuwachs von 84 Prozent auf 13,9 Milliarden Dollar. Dass bei dem Institut trotzdem noch nicht wieder alles in Ordnung ist, machte die Notenbank Fed Ende März deutlich, als sie der Citigroup die geplante Aufstockung von Dividende und Aktienrückkauf untersagte.

(sda/dbe/sim)