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CITROËN C1: Drilling mit kleinen Nuancen

Der Winzling erweitert das komplette Kleinwagenprogramm der Franzosen ­ gegen unten. Und er profitiert von der Zusammenarbeit mit Toyota und Schwester Peugeot.

Von Markus Köchli
am 17.08.2005

Nur in der Automobilindustrie kann man drei Mütter haben: Der C1 von Citroën, der kecke City-Flitzer, ist ­ in mehrfacher Hinsicht ­ damit ein Wunderkind. Denn der kleinste Kompakte entstammt der Dreierbeziehung Toyota - Peugeot - Citroën. Wessen Gene der C1 am meisten eingeimpft erhielt, ist schwer auszumachen, nur Details an Front und Heck unterscheiden Citroëns Kleinsten von den Schwestern Peugeot 107 und Toyota Aygo. Alle drei haben als eineiige Zwillinge denn auch den gleichen Geburtsort, das Partnerwerk in Ko-lin in der Tschechischen Republik. Die Kleinwagen-Kooperationspartner investierten annähernd 1,5 Mrd Euro in die TPCA-Montagelinien, geschaffen wurden auf das Datum der Produktionsaufnahme am 28. Februar dieses Jahres 3000 neue Arbeitsplätze. Pro Marke sollen per annum 100000 Fahrzeuge vom Band rollen. Vom gleichen Dreierpack-Band selbstverständlich, denn 9 von 10 Bauteilen sind bei allen drei Fahrzeugen identisch, ohne Veränderung gar die Plattform, die Vordertüren, die Windschutzscheibe und ­ gefertigt und angeliefert von Toyota ­ die Benzinmotoren. Die Dieselvariante, die ab 2006 in der Schweiz lanciert wird, erhält hingegen ein Triebwerk von Citroën.

Fahrspass zum Sparpreis

Der C1 bietet die vierte und damit perfekte Ergänzung des Citroën-Kleinwagenquadrats, das bisher aus den Eckpunkten C2, C3 und C3 Pluriel bestand. Mit seinem kompakten Format (lediglich 3,43 m lang) und seiner zumindest in der SX-Variante (14150 Fr. Dreitürer) ansprechenden Ausstattung spielt der Wagen mit dem prägnanten Doppelwinkel auf Nase und Rücken die Rolle eines typischen Einstiegsmodells. Bestellt werden kann er als Drei- oder Fünftürer. Dies zum Basispreis von 12750 Fr. für die dreitürige und von 13250 Fr. für die fünftürige Version. Mit den Tiefpreisen verhindert Citroën den Kannibalismus des C2; dieser verfügt über eine breitere Ausrüstungs- und Motorenpalette und soll gezielt eine Käuferschaft aus der nächst höheren Kaufkraftklasse ansprechen.

An die Fussgänger gedacht

Klar, macht der Jüngste von Citroën vor allem im Stadtverkehr beste Figur, etwas weniger auf der Autobahn, wo die schweizerische Topografie hie und da ein Herunterschalten des Dreizylinder-motors ­ oder soll man Motörchen schreiben? ­ nötig macht. Der C1 ist mit seiner Grösse, einem Wendekreis von knapp 10 m und leichtgängiger Servolenkung (Option) ein ökologisch wie ökonomisch gut vertretbares Stadtauto, nicht mehr oder weniger, dafür ausgerüstet mit markant eingefärbten Stossflächen und mit einer Aufpralldämpfung im Front- wie im Heckbereich. Diese schluckt kleine Rempler beim Einparkieren und reduziert dank zwei Schaumstoffelementen bei einer Kollision mit einem Fussgänger das Verletzungsrisiko unterer Körperteile.

Citroën C1 SX
Motor: Dreizylinder-Benzinmotor, Dieselmotor (55 PS) folgt 2006 Hubraum: 998 cm
Leistung: 50 kW/68 PS bei 6000 U/min
Max. Drehmoment: 93 Nm bei 3600 U/min
Beschleunigung: 14,7 Sekunden 0­100 km
Masse: 3,43 x 1,63 x 1,47 m
Verbrauch: 4,8 l/100 km
Preis: 14650 Fr. (mit 5 Türen)
Importeur: Citroën (Suisse) SA, Genf

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