Der Chemiekonzern Clariant weist für das zweite Quartal 2012 bei einem um 6 Prozent höheren Umsatz von 1,98 Milliarden Franken (+8 Prozent in Lokalwährungen) einen Reingewinn von 70 Millionen aus; im Vorjahr hatte der Überschuss noch 40 Millionen betragen.

33 Millionen für Restrukturierungen

Vor Einmaleffekten sank der Ebitda um 6 Prozent auf 233 Millionen und der Ebit um 11 Prozent auf 158 Millionen Franken. Die Ebitda-Marge vor Sondereffekten lag bei 11,8 Prozent und somit unter dem Wert des letzten Jahres (12,9 Prozent), teilte das Unternehmen mit. Restrukturierungen und Impairment werden mit 33 Millionen Franken beziffert. Der operative Free Cash Flow erreichte -3 Millionen, nach -35 Millionen im Vorjahresquartal.

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Damit hat Clariant die Schätzungen der Analysten bei Umsatz und Gewinn übertroffen, beim operativen Überschuss indes leicht verfehlt. Die Experten hatten im Durchschnitt (AWP-Konsens) einen Umsatz von 1,95 Milliarden, jeweils vor Restrukturierungseffekten einen Ebitda von 238 Millionen und einen Ebit von 165 Millionen sowie einen Reingewinn von 61 Millionen Franken prognostiziert.

Schuldenkrise geht an Clariant nicht vorbei

Die nicht-zyklischen Geschäftseinheiten hätten sich von der globalen Konjunkturabkühlung und der europäischen Schuldenkrise weitgehend unbeeindruckt gezeigt, so Clariant. Die Verkäufe in den zyklischen Geschäftseinheiten seien hingegen rückläufig gewesen, was auf Konzernebene zu einem Volumenrückgang von 1 Prozent geführt habe. Die «strukturell geforderten» Geschäftseinheiten hätten sich auf einem tiefen Niveau stabilisiert.

Wie Clariant weiter mitteilte, konnten die Verkaufspreise in der Berichtsperiode um 3 Prozent erhöht werden, was den einprozentigen Anstieg der Rohstoffkosten gegenüber dem Vorjahr kompensiert habe. Die Bruttomarge stieg in der Folge auf 28,7 Prozent von 27,5 Prozent.

Clariant bekräftigt den geltenden Ausblick für das laufende Geschäftsjahr. Demnach rechnet das Unternehmen mit einem Umsatzwachstum in Lokalwährungen und einer gehaltenen Profitabilität. Dies unter der Annahme, dass sich die globale Wirtschaftslage im zweiten Halbjahr auf dem Niveau des ersten Halbjahres 2012 stabilisiert. Die Rohstoffkosten würden voraussichtlich im niedrigen einstelligen Bereich anziehen, während die Wechselkurse im Vergleich zum Jahresanfang stabil bleiben sollten, heisst es.

(chb/aho/awp)