Clariant hat im Geschäftsjahr 2011 die Profitabilität erneut gesteigert, trotz einer Einmalbelastung im letzten Quartal. Der Muttenzer Chemiekonzern schrieb einen Gewinn von 251 Millionen Franken, nach einem Überschuss von 191 Millionen im Jahr zuvor.

Wie Clariant mitteilte, stieg der Umsatz im Berichtsjahr um 4 Prozent auf 7,37 Milliarden Franken. In lokalen Währungen resultierte ein Plus von 16 Prozent. Clariant habe mit Preiserhöhungen um 7 Prozent den Anstieg der Rohstoffkosten um 14 Prozent vollständig ausgleichen können. Die Volumen gingen um 5 Prozent zurück. Clariant habe bewusst auf Umsätze verzichtete, die den Rentabilitätszielen des Unternehmens zuwidergelaufen seien.

Vor Einmaleffekten stieg der EBITDA um 8 Prozent auf 975 Millionen und der EBIT um 3 Prozent auf 717 Millionen Franken. Die EBITDA-Marge vor Sondereffekten lag bei 13,2 Prozent und somit am oberen Ende der Guidance des Unternehmens, die einen Wert von 12,8 bis 13,2 Prozent in Aussicht gestellt hatte.

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Der operative Cashflow - auf diesen legt Clariant auch in diesem Jahr besonderen Fokus - lag mit 206 Millionen Franken deutlich unter den 642 Millionen des Vorjahreszeitraums.

Wertkorrektur drückt Profitabilität

Die Profitabilität des Unternehmens wurde den Angaben zufolge von Einmalkosten in Höhe von 54 Millionen Franken belastet. Diese resultierten aus dem Verkauf von Lagerbeständen der akquirierten Süd-Chemie, die zum Marktwert abzüglich der Kosten neu bewertet worden seien.

Clariant schlägt der Generalversammlung die Ausschüttung von 0.30 Franken in Form einer Nennwertreduktion vor. Damit kommen die Anteilseigner erstmals seit drei Jahren wieder in den Genuss einer Auszahlung.

Mit den vorgelegten Zahlen hat Clariant die Analysten-Prognosen (AWP-Konsens) bis auf den Reingewinn übertroffen. Analysten hatten durchschnittlich einen Umsatz von 7,33 Milliarden sowie vor Einmaleffekten einen EBITDA von 935 Millionen und einen EBIT von 691 Millionen Franken prognostiziert. Der Konzerngewinn wurde auf 263 Millionen Franken veranschlagt.

Die Integration von Süd-Chemie schreitet den Angaben zufolge wie geplant voran. Auf der Grundlage aktueller Erkenntnisse und Erfahrungswerte bestätigt Clariant die Prognose bestätigt, dass die Integration bis Ende 2013 zu einem Anstieg des EBITDA um 75 bis 95 Millionen Euro führen wird.

Börsianer reagieren erfreut

In einem etwas festeren Markt stieg der Aktienkurs des Spezialchemiekonzerns am Mittwochmorgen nach Vorlage der Jahresergebnisse um bis zu 6,7 Prozent. Um 10 Uhr notierten die Clariant-Papiere noch 3,2 Prozent im Plus.

(vst/laf/awp)