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Schiefergasboom
Clariant-Chef: Nordamerika ist ein «heisses Plaster»

Clariant-Chef Hariolf Kottmann: Der Konzern setzt auf den Schiefergasboom. Keystone

Clariant-Boss Hariolf Kottmann sieht die Zukunft für den Schweizer Chemiekonzern in Nordamerika. Dort herrsche «Goldgräberstimmung». Hingegen lohne es sich nicht, in Europa zu investieren.

Veröffentlicht am 26.07.2014

Für das Spezialitätenchemie-Unternehmen Clariant sei nebst Asien auch Nordamerika ein «heisses Pflaster». Das sagte Clairant-CEO Hariolf Kottmann im Interview mit dem Tagesanzeiger (Ausgabe vom 26.7.). «Es herrscht fast Goldgräberstimmung. Auch wenn es viele Jahre dauern wird, habe ich keine Zweifel, dass die chemische Industrie in Nordamerika wieder in einer viel grösseren Dimension Fuss fassen wird als in der Vergangenheit», so Kottmann. Dagegen sei es mit der aktuellen Energiepreissituation nicht so, dass es sehr lukrativ wäre, in Europa zu investieren.»

Grund für die verbesserte Stimmung in Nordamerika sei der Schiefergasboom. «Schiefergas können Sie als Energiequelle und als Rohstoff verwenden. Zudem verfügen die USA bereits heute über ein gut ausgebautes Pipelinesystem. So kann das geförderte Gas rasch dorthin befördert werden, wo es gebraucht wird», sagte der Clariant-CEO. Das führ zu sehr günstigen Energie- und Rohstoffpreisen. «Wenn Sie die Chemiefirmen langfristig entwickeln wollen, dann müssen Sie grosse Projekte in den USA auflegen.

Nie über eine Sitzverlegung aus Basel nachgedacht

Clariant müsse sich vor allem bei den Spezialchemikalien für Körperpflege, Haushalt und Landwirtschaft verstärken, so Kottmann mit Blick auf das Produktportfolio. Dies geschehe auf Basis von Äthylen, wobei die Tonne davon in Europa rund 1'400 Euro kosten und es in den USA nur 400 Euro sind. «Das sind riesige Unterschiede, was den nordamerikanischen Markt in gewaltige Bewegungen versetzen wird.»

Clariant beschäftige von den insgesamt rund 17'000 Mitarbeitenden noch rund 800 in der Schweiz, wobei von ihnen nur knapp 300 einen Schweizer Pass besitzen, so Kottmann. Trotz der internationalen Ausrichtung habe man bei Clariant aber nie über eine Sitzverlegung aus Basel und der Schweiz weg nachgedacht. Es gebe dafür keinen Grund.

(awp/dbe)

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