Der Spezialchemiekonzern Clariant hat 2012 seinen Umsatz deutlich gesteigert, blieb beim Gewinn aber hinter dem Vorjahr zurück. Der Umsatz stieg um 5,6 Prozent auf 7,78 Milliarden Franken.

Der Betriebsgewinn vor Restrukturierungskosten fiel mit 619 Millionen Franken aber 13,6 Prozent geringer aus als im Vorjahr, wie aus dem Communiqué hervorgeht. Auch beim Reingewinn konnte Clariant nicht an das vorangegangene Jahr anschliessen, das der Konzern mit dem besten Resultat seit mindestens einem Jahrzehnt abgeschlossen hatte. Der Reingewinn belief sich auf 238 Millionen Franken, was einem Minus von 5,2 Prozent entspricht.

Allerdings befindet sich Clariant in einer Transformationsphase. Verwaltungsrat und Management haben vor zwei Jahren mit der Übernahme der deutschen Süd-Chemie eine Neuausrichtung des Konzerns eingeleitet. In deren Rahmen wurde letzten Frühling auch der Verkauf von fünf ertragsschwachen Geschäftsbereichen beschlossen.

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Drei Sparten an US-Firma

Für die Geschäfte mit Emulsionen, mit Papierchemikalien und mit Hilfsstoffen für die Textilverarbeitung konnte Clariant nach Weihnachten bereits einen Käufer präsentieren. Die drei Sparten gehen für rund eine halbe Milliarde Franken an die US-amerikanische Beteiligungsgesellschaft SK Capitals über.

Nun werden noch Käufer gesucht für das Geschäft mit Chemikalien für die Lederverarbeitung sowie die Sparte Detergents & Intermediates, die Grundstoffe für Wasch- und Reinigungsmittel sowie Agrochemikalien herstellt. Diese fünf künftig nicht mehr zum Konzern gehörende Sparten nicht mitgerechnet würde Clariant 2012 ebenfalls einen höheren Umsatz und einen tieferen Gewinn ausweisen. So stieg der Umsatz der weitergeführten Geschäfte um 8 Prozent auf 6,04 Milliarden Franken aus.

Der Betriebsgewinn (Ebit) vor Restrukturierungskosten wäre ohne die wegfallenden Sparten um 15 Prozent auf 531 Millionen Franken gefallen, das Nettoergebnis von 220 Millionen Franken im Vorjahr auf 211 Millionen Franken.

Mit dem Ergebnis hat Clariant die Erwartungen der Branchenanalysten beim Umsatz erfüllt und beim Gewinn sogar übertroffen. Zwölf von der Finanznachrichtenagentur AWP befragte Analysten hatten - nicht fortgeführte Sparten mitgerechnet - durchschnittlich mit einem Umsatz von 7,79 Milliarden Franken und einem Reingewinn von 193 Millionen Franken gerechnet.

(muv/sda/awp)