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Geldwäscherei
Clariden Leu brachte Ermittlungen gegen Ex-Gunvor-Mitarbeiter in Gang

Die Geschäfte eines ehemaligen Mitarbeiters von Gunvor im Kongo beschäftigen Schweizer Behörden. (Bild: Keystone)

Die Schweiz ermittelt nun offiziell über Geschäfte eines Ex-Mitarbeiters des Schweizer Rohstoff-Unternehmens Gunvor in Afrika. Der Untersuchung ging eine Verdachtsmeldung der Bank Clariden Leu voraus.

Von Christian Bütikofer
am 11.09.2012

Im Juli wurde durch Radio Télévision Suisse und Radio Suisse Romande erstmals ruchbar, dass sich Schweizer Untersuchungsbehörden im Umfeld des Rohstoffhändlers Gunvor umsehen.

Die Gunvor-Gruppe liess verlauten, man sei «von Schweizer Behörden davon unterrichtet worden, dass eine Untersuchung der Aktivitäten eines ehemaligen Mitarbeiters des Unternehmens in der Republik Kongo (Kongo-Brazzaville) eingeleitet wurde.» Gunvor selbst sei nicht Gegenstand der laufenden Untersuchung, hiess es.

Nun werden weitere Details bekannt. «Die Schweizer Bundesanwaltschaft ermittle nun offiziell zu den Geschäften des früheren Gunvor-Mitarbeiters Pascal C. in Afrika», berichtet das Informationsnetzwerk «Africa Intelligence». Weiter: «Momentan seien die Behörden am Auswerten von E-Mails und Geschäftsberichten, die dem ehemaligen Kadermitglied von Addax gehörten und Aktivitäten in der Republik Kongo sowie der Elfenbeinküste beträfen».

Razzia im Januar

Pascal C. wird verdächtigt, eine Rolle in einem Korruptionsfall gespielt zu haben. So seien knapp 30 Millionen Dollar in den Kongo an dortige Entscheidungsträger geflossen. C. wurde im Januar als Zeuge befragt und sein Büro bei Gunvor während der Geschäftszeiten durchsucht.

Pascal C. begann seine Laufbahn bei Gunvor mit anderen Kollegen aus seiner Zeit bei der Firma Addax. Er war gemäss «Africa Intelligence» nicht direkt im Rohstoffhandel tätig, sondern für die Geschäftsentwicklung der Gunvor-Gruppe in Afrika zuständig. Nachdem er von den Schweizer Behörden vernommen wurde, trennte sich Gunvor von ihm.

30 Millionen Dollar an Umfeld des Präsidenten

Losgetreten hatte die Ermittlung die Credit-Suisse-Tochter Clariden Leu im November 2011, berichtet «Africa Intelligence». Auf Geheiss des Ex-Gunvor-Mitarbeiters wurde die Bank angewiesen, knapp 30 Millionen Dollar an Kongolesen zu überweisen, die zum engen Unmfeld von zwei kongolesischen Beamten gehören, die für Rohölgeschäfte zuständig sind. Ein Gunvor-Mediensprecher sagte gegenüber handelszeitung.ch, dass die Rohstroff-Firma weder in der Vergangenheit noch aktuell Konten bei Clariden Leu hatte.

Beim Duo handelt es sich um Blasie Elenga und Denis Christel Sassou-Nguesso - letzterer ist ein Neffe des Präsidenten Denis Sassou-Nguesso. Einige der Gelder wurden anschliessend an jene Person rücküberwiesen, die die Transfers aufgegleist hatte.

«Nicht Partei des Verfahrens» 

Ein Sprecher von Gunvor sagte gegenüber handelszeitung.ch: «Gunvor selbst ist nach wie vor nicht Partei dieses Verfahrens und kann deshalb die Informationen nicht kommentieren.» 

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