ART LEASING. «Wir befinden uns im Umbau und werden unsere neuen Büros in drei Monaten beziehen. In diesem Kontext benötigen wir repräsentative Kunst, welche einerseits den Zeitgeist unseres Unternehmens widerspiegelt und andererseits in die neuen Räumlichkeiten passt. Das Kunstbudget und das Beratungsbudget müssen sich in einem vernünftigen Rahmen bewegen.» Klipp und klar präsentierte sich die Ausgangslage seitens einer grossen Revisionsgesellschaft im Frühjahr dieses Jahres. Eine Aufgabe, die sich in den folgenden Wochen als inhaltliche und logistische Herausforderung für die bisher einzige Schweizer Kunstleasingfirma entpuppen sollte. Die Art Leasing & Invest AG erarbeitete für die neuen Räumlichkeiten ein Kunstkonzept, das auf die historische Architektur, das repräsentative Ambiente des Innenbereichs, auf das Erscheinungsbild und die Kernwerte des Unternehmens bewusst abgestimmt war. Das Konzept umfasste klare Qualitätskriterien: Berücksichtigt wurden ausschliesslich international renommierte zeitgenössische Kunstschaffende.

Kommunikation durch Kunst

Zudem galt es, die Kunst als Kommunikationsinstrument zu nutzen: Die qualitativ hoch stehenden Werke sollten das erstrangige Know-how, die Identität und das Selbstverständnis des Beratungsunternehmens widerspiegeln. Auch die einmalige Lage und Umgebung des Gebäudes wurden im Konzept thematisiert. Für die Geschäftsleitung war auch das Einhalten des vorgegebenen Budgets von Bedeutung, und es standen zudem Kapitalbindungs- und steuerliche Überlegungen im Vordergrund. Da Leasingraten, sofern geschäftsmässig begründet, als Aufwand akzeptiert werden, kann das Kapital weiterhin für direkte Unternehmenszwecke genutzt werden. Dies ist besonders bei einem Umzug wichtig, wenn ein ganzes Haus eingerichtet werden muss. Die in den Leasingverträgen vorgesehene Rückgabeoption nach der Hälfte der Leasingdauer war ein zusätzliches Argument für die Geschäftsleitung, denn sie bietet die Möglichkeit, sich mit guter Kunst zu umgeben, ohne eine eigene Kunstsammlung aufbauen zu müssen.

Kunsthändler und Galeristen werden immer wieder mit folgenden drei Fragen konfrontiert: Kann man einen Kunstkauf von den Steuern absetzen oder abschreiben? (Antwort: Nein, obwohl es in der Praxis oft gemacht wird.) Kann ein Unternehmen aktuelle, hochwertige Kunst besitzen und sogar periodisch auswechseln, ohne betriebsnotwendiges Kapital zu binden? (Die Antwort war bis anhin: Nein.) Kann man einen Kunstkauf tätigen und weiterhin von seinen gut gehenden Anlagen profitieren, ohne diese zu verpfänden oder als Sicherheit zu belasten? (Auch da lautete die Antwort bisher: Nein.)

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Aus diesen Fragen heraus entstand die Businessidee der Art Leasing & Invest AG in Zürich. Im Jahr 2005 arbeitete man ein Steuerruling mit dem Kanton Zürich aus und erreichte, dass das Leasen von Kunst in Unternehmen – unter gewissen Bedingungen – steuerlich abzugsfähig ist.Anfang 2006 begann die Art Leasing & Invest AG als erste (und bisher einzige) Kunstleasingfirma der Schweiz operativ tätig zu werden und konnte schon nach kurzer Zeit den 100. Leasingvertrag unterzeichnen. Mittlerweile arbeitet das Unternehmen mit zahlreichen Partnergalerien und Kuratoren zusammen und hat ihr Angebot auf Beratung und Kunst-Kommunikation ausgeweitet.Dank dem Leasing können Firmen ihr Gesellschaftskapital zu Unternehmenszwecken verwenden und trotzdem von einem allfälligen Wertzuwachs eines Kunstwerkes profitieren. Mit einem Zins von 3,9% stellt das Leasing eine interessante Alternative zum Kunstkauf dar. Sämtliche Kunstwerke sind automatisch «all-risk»-versichert, zudem hat der Kunde die Möglichkeit, Werke frühzeitig zurückzugeben. Am Ende der Laufzeit kann er sie aber auch mit einem separaten Vertrag zum vordefinierten Restwert kaufen.