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Verschmutzung
Coca-Cola fürchtet Stoffels Hotelturm

Remo Stoffel: Ärger von Coca-Cola und Garagenbesitzern.   Keystone

Der Hotelturm des umstrittenen Baulöwen Remo Stoffel sorgt für Unmut bei Coca-Cola: Der Konzern fürchtet als Folge des Baus eine Wasserverschmutzung. Auch Garagenbesitzer könnten Ärger machen.

Veröffentlicht am 05.04.2015

Coca-Cola fürchtet, der Hotelturm in Vals GR könnte das Mineralwasser verschmutzen. 190 Millionen Franken blätterten die Amerikaner 2012 für die Valser Mineralquellen AG auf den Tisch. Der vom umstrittenen Investor Remo Stoffel geplante 381 Meter hohe Hotelturm stellt die Investition nun aber in Frage. «Der vorgestellte Bau wäre in der Quellschutzzone», sagt Coca-Cola-Sprecher Patrick Bossart zu Sonntagsblick. «Deshalb werden wir keinerlei Risiken eingehen, welche die hohe Qualität des Valser Wasser gefährden könnten.»

«Enorm hoher Stellenwert»

Auch die Gemeinde ist alarmiert. «Wasser hat einen enorm hohen Stellenwert für uns», sagt Gemeindepräsident Stefan Schmid (44). «Das Projekt darf die Quelle nicht gefährden. Sonst ist es nicht bewilligungsfähig.» Investor Stoffel hält dagegen. «Die Quellschutzzone ist höchstens am Rande tangiert», sagt er. Die wesentlichen Teile des Hotelturmes befänden sich ausserhalb. Stoffel will in den nächsten Wochen Sondierungsbohrungen durchführen. «Die Mineralquellen und die Gemeinde werden einbezogen.» Noch 2015 sollen die Valser über das Projekt abstimmen. Dies hält Gemeindepräsident Schmid für unrealistisch: «Das Projekt hat eine ganz andere Dimension als eine normale Zonenplanänderung.» Das erfordere vertiefte Abklärungen. «Ich setze ein grosses Fragezeichen hinter den Zeitplan der Bauherrschaft.»

Garagen könnten Mega-Projekt blockieren

Ärger droht Remo Stoffel auch von anderer Seite: Ausgerechnet dort, wo der Hotelturm von Vals entstehen soll, befinden sich fünf Garagen, die nicht der Bauherrin 7132 AG gehören. Und ihre Besitzer verfügen über eine Sperrminorität, wenn es um die Auflösung des Eigentums geht, wie die «Schweiz am Sonntag» berichtet. Kann ein kleiner Garagenkomplex die Realisierung von Remo Stoffels «Femme de Vals» verhindern? Auf dem geplanten Bauareal zwischen den Therme-Aussenhäusern Selva und Tomül stehen acht Garagen, von denen fünf nicht der 7132 AG, sondern anderen Wohnungseigentümern auf dem Areal gehören. Die Garagen bilden eine eigene Stockwerkeigentümer-Gemeinschaft – und um diese aufzulösen, ist unter den Besitzern offenbar Einstimmigkeit nötig. Das würde bedeuten: Eine einzige Gegenstimme könnte das Aufheben der Garagen verunmöglichen.

(chb)

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