Es ist nicht neu, dass Anleger Renditepotenzial und Kapitalerhalt gleichzeitig wollen. Die Fondsbranche wird diesem Bedürfnis auch schon lange gerecht mit sogenannten Absicherungsfonds. Nur fristeten diese im Aktienboom der letzten Jahre ein Schattendasein, da sich viele Investoren von riskanteren Anlagen mehr Gewinne erhofften. Nicht wenige unter ihnen mussten in der anhaltenden Finanzkrise hohe Verluste einstecken. Sie pochen jetzt auf Kapitalerhalt - am liebsten ohne Verzicht auf das Gewinnpotenzial der ersehnten Finanzmarkterholung.

Breites Spektrum an Konzepten

Absicherungsfonds erlauben es, bei begrenztem Risiko am Renditepotenzial der Märkte teilzuhaben. Mit dieser Lösung weiss der Anleger jederzeit, mit welchem Maximalverlust er über eine bestimmte Zeitdauer zu rechnen hat. Der gewählte Absicherungsfonds muss aber seiner Risikobereitschaft und -fähigkeit entsprechen. Um dies zu beurteilen, sollte der Investor wissen, wie der Fonds funktioniert und wovon seine Wertentwicklung abhängt.

Das Spektrum an Absicherungskonzepten ist breit und unterscheidet grundsätzlich statische und dynamische Strategien. Bei der statischen Absicherungsstrategie wird das einmal aufgesetzte Portfolio über die gesamte Absicherungsperiode nicht mehr verändert, bleibt also statisch. Bei der dynamischen Absicherungsstrategie wird das Portfolio laufend umgeschichtet, entsprechend seinem Risikobudget. Dabei investiert es in renditeversprechende Anlagen, um die Partizipation an den Finanzmärkten zu erhöhen, oder es wechselt in risikoarme Anlagen, um bei negativer Kursentwicklung auf Kapitalerhalt zu fokussieren. Je höher das Risikobudget des Portfolios, desto mehr kann im ertragversprechenden Teil investiert werden und desto höher ist die Partizipation an den erkannten Marktopportunitäten.

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Massgebend für das Risikobudget des Portfolios sind das sogenannte Absicherungsniveau und die sogenannte Absicherungsperiode.

Je höher das Absicherungsniveau, desto tiefer das Risikobudget und desto kleiner der ertragversprechende Teil des Portfolios. Eine Lösung, die 100% Absicherung zum Ziel hat, bietet also weniger Renditepotenzial als eine, die 90% Absicherung anstrebt. Meist gilt die Einhaltung des Absicherungsniveaus per Ende der Absicherungsperiode. Während der Absicherungsperiode kann der Wert des Portfolios das Absicherungsniveau auch unterschreiten. Je länger die Absicherungsperiode, desto höher das Risikobudget des Portfolios wegen des Zinseszins-Effekts. Allerdings bleibt das Kapital des Anlegers entsprechend lang gebunden.

Die Regeln, nach denen das Absicherungsniveau angepasst wird, sind unterschiedlich. Steht der langfristige Absicherungsgedanke im Vordergrund, wird das Absicherungsniveau nie angepasst. Liegt der Wert des Portfolios nach Ablauf der Absicherungsperiode nah beim Absicherungsniveau, bleiben die Möglichkeiten zum Eingehen von Risiken und damit das Renditepotenzial so lange begrenzt, bis sich die Wertentwicklung des Portfolios wieder verbessert. Steht das zukünftige Ertragspotenzial im Vordergrund, wird das Absicherungsniveau zu Beginn einer neuen Absicherungsperiode je nach Endwert der vergangenen Periode so nach oben oder unten angepasst, dass wieder das volle Risikobudget mit entsprechendem Renditepotenzial zur Verfügung steht.

Aufwärtsanpassungen des Absicherungsniveaus während der Absicherungsperiode dienen dazu, bereits erzielte Gewinne zu bewahren bzw. das erwartete Verlustmaximum für den bereits investierten Anleger stets in etwa gleich zu halten.

Aktive Diversifizierung

Die Wertentwicklung eines Absicherungsfonds hängt massgeblich von der Zusammensetzung des risikohaltigen Teils des Portfolios ab. Langfristig orientierte Lösungen setzen auf eine global über verschiedene Anlageklassen diversifizierte, aktive Strategie, damit sie nebst der reinen Absicherung im breiten Anlageuniversum ansprechendes Renditepotenzial schaffen können. Sie folgen dabei nicht einem vorgegebenen Index, was sie den Marktschwankungen voll aussetzen würde, sondern steuern ihre Positionierung in den verschiedenen Anlageklassen und Märkten entsprechend den identifizierten Anlageopportunitäten aktiv mit dem Ziel, das zur Verfügung stehende Risikobudget stets möglichst optimal zu nutzen.

Die anhaltende Finanzkrise und die damit einhergehende Verunsicherung und Enttäuschung vieler Anleger dürften Absicherungsfonds zum Comeback verhelfen. Viele von ihnen stellten nämlich ihre Fähigkeit zum Kapitalerhalt in der Vergangenheit unter Beweis - selbst in so schwierigen Marktphasen wie der Russlandkrise 1998, dem Platzen der Technologieblase 2000, dem 11. September 2001 oder der Kreditkrise 2007, welche in die einschneidende Finanzkrise 2008 mündete. Sie erlauben dem Anleger, mit einer sorgfältig auf seine Bedürfnisse abgestimmten Lösung an die Finanzmärkte zurückzukehren, um die erhoffte Kurserholung nicht zu verpassen.