Roland Zarske strahlt und beteuert: «Nein, ich habe wirklich nicht gewusst, dass unser Unternehmen den Swiss Technology Award gewinnen wird.» Der CEO des Technologiekonzerns Comet stemmt die Trophäe, eine Armbrust, in die Höhe und übergibt sie seinem Kollegen Charles Flükiger. Ausschlaggebend für den ersten Rang ist die E-Beam-Technologie, dank der es bald möglich ist, industrielle Verfahren in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie umweltfreundlicher und wirtschaftlicher zu gestalten. Moderator Kurt Aeschbacher zeigt sich zugleich fasziniert und überfordert, hofft aber, dass wenigstens die Jury um deren Präsidenten Fritz Fahrni die Technologie verstanden habe. Auf grossen Beifall stösst auch das Traditionsunternehmen Bernina. Carola Grummt und Michael König haben der Nähmaschine ein Stoffschneidewerkzeug samt dazugehöriger Software hinzugefügt. Cutwork heisst das System und erringt den zweiten Platz des Swiss Technology Award. Der dritte Preis geht an den ETH-Spin-off Femtotools. Zoltan Nagy, Brigitte Geissmann, Felix Beyeler und Simon Muntwyler haben eine faszinierende mikroskopische Zange entwickelt.

Die Verleihung des renommierten Innova- tionspreises war einer der Höhepunkte des Swiss Innovation Forum. Den beiden Gründern Stefan Linder und Peter Stähli, den Co-CEO des Swiss Economic Forum (SEF), war es erneut gelungen, Bundesrätin Doris Leuthard für ein Referat zu gewinnen. Die Volkswirtschaftsministerin plädierte für eine Clean-Tech-Initiative von Wirtschaft und Wissenschaft, wobei ziemlich nebulös blieb, wie dies konkret geschehen soll und vor allem was sich eigentlich hinter dem modischen Begriff «Clean Tech» genau verbirgt. Wesentlich konkreter und überzeugender war der Auftritt des Abenteurers und Pioniers Bertrand Piccard. Was es für ihn heisst, niemals nie zu sagen, das Unmögliche möglich zu machen und einen Beitrag gegen den Raubbau an unseren natürlichen Ressourcen zu leisten, veranschaulichte er anhand seines Solarflugzeugs Solar Impulse. Sein Vortrag war so eindrücklich, seine Überzeugungen faszinierten die Zuschauer derart, dass manch einer sich die Frage stellte: Warum bin eigentlich nicht auch ich ein Pionier?