Die Commerzbank hat einem Pressebericht zufolge nach monatelanger Suche einen Käufer für ihre Depotbank gefunden. Die französische Grossbank BNP Paribas wolle den Bereich übernehmen, berichtete die «Börsen-Zeitung». Derzeit liefen finale Verhandlungen, eine Vertragsunterzeichnung sei bis Mitte Juli vorgesehen. Beide Institute lehnten eine Stellungnahme gegenüber der Zeitung ab. 

BNP Paribas ist mit 187,5 Milliarden Euro bereits jetzt die grösste Depotbank in Deutschland. Durch die Übernahme der Commerzbank-Einheit - mit etwa 92 Milliarden Euro sechstgrösster Verwahrer in Deutschland - würden sich die Franzosen deutlich von der Nummer zwei, State Street mit 177 Milliarden Euro, absetzen. In dem Markt tummeln sich rund 50 Banken.

Seit Jahren ist der Druck auf die Margen hoch. Depotbanken übernehmen die Dokumentation, verfolgen die Wertentwicklung und führen Transaktionen für institutionelle Investoren wie Investmentfonds, Pensionsfonds und Hedgefonds aus. Sie führen auch Devisentransaktionen durch und verleihen Geld sowie Wertpapiere. 

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Für die Commerzbank wäre eine Vertragsunterzeichnung mit BNP ein weiterer Schritt bei ihrem harten Konzernumbau. Sie will bis 2016 konzernweit 5'200 Stellen abbauen, dazu sollen auch Verkäufe beitragen. Wie viele Mitarbeiter im Verwahrgeschäft der Commerzbank beschäftigt sind, ist unklar. Die Commerzbank hatte den Bereich im vergangenen Herbst auf die Verkaufsliste gesetzt. Als Interessenten galten auch State Street, BNY Mellon und JPMorgan . Als angepeilter Verkaufspreis kursierte damals ein Betrag von 200 Millionen Euro.

Die Aktien der Commerzbank fallen derweil den sechsten Tag in Folge. Die Aktien sind mit einem Minus von 2,7 Prozent Schlusslicht im Dax und mit 6,86 Euro so billig wie noch nie.

(muv/awp/reuters)