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Geldregen
Commerzbank beschenkt die Aktionäre wieder

Commerzbank-Tower (ganz rechts): Die Dividende schiesst in die Höhe. Keystone

Zum ersten Mal seit fünf Jahren macht das zweitgrösste deutsche Geldinstitut wieder einen Milliardengewinn. Die Commerzbank teilt den Erfolg mit den Aktionären und zahlt wieder eine Dividende.

Veröffentlicht am 12.02.2016

Mit einem Milliardengewinn im Rücken zahlt die Commerzbank erstmals seit 2007 wieder eine Dividende. Der Nettogewinn der zweitgrössten deutschen Bank vervierfachte sich im vergangenen Jahr auf 1,06 Milliarden Euro und übertraf damit sowohl die eigenen Erwartungen als auch die Prognosen der Analysten.

Grösster Gewinntreiber war die Privatkunden-Sparte. Ihr operativer Gewinn schnellte um zwei Drittel auf 751 Millionen Euro nach oben. «Das Jahr 2015 hat gezeigt, dass unsere Strategie richtig ist und die Umsetzung erfolgreich verläuft», bilanzierte der scheidende Commerzbank-Chef Martin Blessing am Freitag. Es ist der erste Milliardengewinn seit fünf Jahren.

Dividende kommt zurück

Noch länger mussten die Aktionäre der in der Finanzkrise schwer gebeutelten Bank auf eine Dividende warten. Nun sollen 20 Cent je Aktie ausgeschüttet werden, wie Blessing bereits im Herbst versprochen hatte. Im vorbörslichen Handel notierte die Commerzbank-Aktie zehn Prozent im Plus.

Für das laufende Jahr peilt die Commerzbank eine leichte Steigerung des Gewinns an, obwohl die Rückstellungen für faule Kredite wieder «moderat» anziehen dürften. 2015 waren sie um 40 Prozent auf 696 Millionen Euro gesunken.

Auflösung der «Bad Bank»

Mit der Auflösung der internen «Bad Bank» NCA setzt Blessing ein Zeichen, dass er die Krise der Bank als endgültig überwunden sieht. Die Abbau-Einheit hatte ihren Bestand an Schiffs- und Immobilienkrediten sowie Staatspapieren seit Mitte 2012 um fast 100 Milliarden auf 63 Milliarden Euro reduziert. Damals hatte die Commerzbank den Ausstieg aus dem Geschäft beschlossen. Nun soll der Grossteil der verbleibenden Kredite auf die Mittelstandsbank und die Privatkunden-Sparte übertragen werden.

Übrig bleiben 18 Milliarden an riskanteren Engagements, davon fünf Milliarden Euro an Schiffs- und drei Milliarden an Immobilienkrediten, um die sich bis 2019 eine kleine «Asset & Capital Recovery Unit» kümmern soll. Bis zu 850 Millionen Euro Verlust hat die Bank dafür noch eingeplant.

Risiken reduziert

Die Problem-Kredite hatten lange viel Kapital gebunden. Der Abbau trieb die harte Kernkapitalquote im vergangenen Jahr auf 12,0 von 9,3 Prozent, die Bilanzrisiken gingen deutlich zurück.

Auch die Verschuldungsquote verbesserte sich deutlich auf 4,5 von 3,6 Prozent. «Wir haben 2015 die Risiken weiter reduziert und die Stabilität der Commerzbank deutlich erhöht», sagte Finanzchef Stephan Engels.

(sda/ise/hon)

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