Die Commerzbank muss Insidern zufolge voraussichtlich 600 bis 800 Millionen Dollar zahlen, um ihren Streit mit den US-Behörden über Verstösse gegen US-Sanktionen beizulegen. Ein Vergleich könnte in wenigen Wochen erreicht sein, sagte einer der Insider. Ein Commerzbank-Sprecher wollte sich dazu nicht äussern.

Weitere Strafen seien noch nicht beschlossen, sagte ein Insider. Diese würden aber wohl nicht gravierend ausfallen und könnten die Berufung eines unabhängigen Aufsehers bei der Bank umfassen.

Gelder im Iran und Sudan transferiert

Die Commerzbank hatte - wie die Deutsche Bank auch - bereits eingeräumt, dass sie wegen ihrer Geschäfte mit Ländern wie dem Iran im Visier der US-Behörden steht. Die Verhandlungen mit den US-Behörden hätten gerade erst begonnen, hatte eine mit den Gesprächen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag gesagt. Wann sie abgeschlossen würden, sei unklar.

Die USA verdächtigen Deutschlands zweitgrösste Bank unter anderem, über ihre US-Tochter Gelder für Unternehmen im Iran und im Sudan transferiert zu haben. Insgesamt hat die Bank für Rechtsstreitigkeiten 934 Millionen Euro Rückstellungen gebildet.

Erst kürzlich hatte die französische Grossbank BNP Paribas wegen Verstössen gegen US-Sanktionen eine Busse von fast neun Milliarden Dollar aufgebrummt bekommen - weit mehr als alle anderen betroffenen Geldhäuser zusammen. Die beiden deutschen Grossbanken erwarten Finanzkreisen zufolge aber deutlich geringere Strafen als BNP Paribas, die sich am Mittwoch vor einem US-Gericht erneut für schuldig erklärte.

Anzeige

(reuters/me/vst)