Commerzbank-Chef Martin Blessing denkt nach eigenem Bekunden trotz der schwachen Ertragslage nicht daran hinzuschmeissen. «Es wäre absurd, vorzeitig aufzugeben, wenn man schon den grössten Teil der Strecke absolviert hat», sagte er in einem Interview des «Handelsblatt».

Er habe zwar Fehler gemacht und etwa die Staatsschuldenkrise unterschätzt, die zu massiven Abschreibungen im Anleihebestand geführt hatte, räumte Blessing ein. Aber mit dem eingeleiteten Konzernumbau und dem Abbau der Altlasten sei Deutschlands zweitgrösste Bank nun auf dem richtigen Wege, auch wenn dies Zeit brauche. «Ich kann und will den Umbau der Commerzbank erfolgreich zu Ende bringen - das ist mein Ziel.»

Blessing wies in dem Gespräch auch Spekulationen zurück, er habe dem Aufsichtsrat mit Rücktritt gedroht, sollte dieser der Verkleinerung des Vorstands nicht zustimmen. «Das war nicht mein Thema.» Für ihn sei es vielmehr eine Frage der Glaubwürdigkeit, dass die Bank beim Abbau Tausender Stellen auch vor den Führungskräften nicht halt mache.

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Blessing: Kurs muss noch deutlich zulegen

Das habe der Aufsichtsrat schliesslich auch so gesehen und der Verkleinerung des Vorstands auf sieben von derzeit neun Mitglieder zugestimmt. Welche Manager gehen müssen, dazu wollte sich Blessing nicht äussern. Finanzkreisen zufolge handelt es sich um die beiden Chefs der internen «Bad Bank», Jochen Klösges und Ulrich Sieber.

Einen schnellen Ausstieg des Bundes, der als Grossaktionär noch einen Anteil von 17 Prozent an der Bank hält, sieht Blessing nicht. «Aus Sicht des Bundes muss der Kurs noch deutlich zulegen. Und daran arbeite ich.» Dass strategische Investoren, etwa andere Banken, den Anteil des Bundes übernehmen würden, glaube er nicht. «Strategische Investoren wollen in der Regel etwas gestalten. Da wäre ein Anteil von 17 Prozent zu klein.»

(tno/muv/reuters)