Abschreibungen, Restrukturierung, Gesundschrumpfung: Die Commerzbank hat sich in den vergangenen Monaten mit Erfolg aus den Negativ-Schlagzeilen gekämpft, was von den Anlegern an der Börse durchaus honoriert wurde. Im 1. Quartal 2012 gehörte die Commerzbank-Aktie zu den Überfliegern im deutschen Auswahlindex Dax - doch mittlerweile hat sich wieder Ernüchterung breit gemacht.

Auf knapp 2.20 Euro stieg der Titel, als bekannt wurde, dass das Krisenkapital Eurohypo geschlossen werden kann. Von dieser Eupohrie ist derzeit nichts mehr zu spüren: Die Aktie, die einst über 30 Euro wert war und auch im 52-Wochen-Rückblick noch bei über 3.60 Euro stand, notiert aktuell im Bereich 1.60 Euro. Und dies, obwohl sich die teilverstaatlichte zweitgrösste deutsche Bank, selbst kaum noch äusserte.

Der Grund ist naheliegend: Die Investoren befürchten, dass mit Spanien - nach Griechenland - ein nächster Wackelkandidat die Commerzbank in Schräglage bringen könnte. Von einer neuerlichen Krise im Anleihemarkt wären naturgemäss die europäischen Banken stark betroffen. Besonders heikel für die Commerzbank: Ihre finanzielle Lage darf im Hinblick auf die neu notwendigen Eigenkapitalvorschriften («Basel III») nach wie vor als sehr labil bezeichnet werden - neuerliche Abschreibungen wären Gift.

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UBS-Analyst Philipp Zieschang, der die Commerzbank nach wie vor mit einem Kursziel von 1.50 Euro auf «Verkaufen» setzt, rechnet gemäss jüngster Studie, dass bei einem Verkauf der problembehafteten Staatsanleihen derzeit ein Verlust von 5,5 Milliarden Euro drohe.

(vst)