2008 rettete der deutsche Bund die Commerzbank mit einer milliardenschweren Hilfszahlung. Mitte des vergangenen Jahres hatte die Bank einen Grossteil der Staatshilfe zurückgezahlt, doch noch immer ist der Bund mit 1,9 Milliarden Euro beteiligt.

Hilfsgeld gibt es in der Regel nur gegen Verzinsung - und so müsste die Commerzbank eigentlich für das vergangene Jahr einen Betrag von 170 Millionen Euro nach Berlin überweisen.

Doch Finanzminister Wolfgang Schäuble dürfte erneut leer ausgehen: «Das Institut wird die stille Einlage des Bundes wohl auch in diesem Jahr nicht verzinsen», heisst es in einem Bericht des «Handelsblatts». Grund: Es sei nicht damit zu rechnen, dass die Bank nach den Bilanzregeln des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) einen Gewinn ausweisen werde.

Definitive Geschäftszahlen wird die Commerzbank am 23. Februar vorlegen. Trotz Griechenland-Krise (und einer ausstehenden Beteiligung am Schuldenschnitt) und der nach wie vor ungelösten Situation bei der Tochter Eurohypo dürfte die Bank an diesem Tag einen satten Gewinn vorlegen - mit vorläufigen Zahlen von Commerzbank-Chef Martin Blessing, die Mitte Januar kommuniziert wurden, rund 1,6 Milliarden Euro aus.

Anzeige

Allerdings kommt dieser Abschluss nach internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS zustande. Die Krux: Für eine Zinszahlung an Berlin entscheidet nicht IFRS - sondern das HGB. Und hier werden - im Gegensatz zur internationalen Variante - gewisse Posten gar nicht berücksichtigt. «Ein Punkt ist die Abschlagszahlung von einer Milliarde Euro, die die Bank dem Staat zahlen musste, weil sie im Sommer frühzeitig einen grossen Teil der Staatshilfen zurückführte», wird ein Bankanalyst vom «Handelsblatt» zitiert.

Weitere Differenzen entstehen bei der Abschreibungspraxis auf griechische Staatsanleihen, was letztlich zu einem Verlust nach HGB führen dürfte.

(vst)