Die angeschlagene Commerzbank wird kommenden Donnerstag das Jahresergebnis 2011 und damit einen Milliardengewinn vermelden.

Gemäss vorläufigen Zahlen geht die zweitgrösste deutsche Bank von 1,6 Milliarden Euro aus, was einem Plus von rund 200 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr entsprechen würde. Allerdings: Diese Zahlen sind nicht die ganze Wahrheit: Noch fehlen weitere Abschreiber auf den Bestand an griechischen Staatsanleihen.

Abschreiber auf bis zu 30 Prozent

Und genau hier liegt der Knackpunkt: Commerbank-Chef Martin Blessing wird das heutige Treffen der Euro-Finanzminister in Sachen Griechenland mit höchster Aufmerksamkeit verfolgen. Nach wie vor hängt die Beteiligung von privater Seite am Schuldenschnitt in der Schwebe.

Bei der Commerzbank werden die griechischen Staatsanleihen vorerst noch mit 48 Prozent ihres Wertes bilanziert - je nach Umfang des Schuldenschnitts könnte dieser Wert auf bis zu 30 Prozent schrumpfen.

Keine weiteren Staatshilfen

Trotzdem ist Blessing guten Mutes, die erhaltene Staatshilfe weiter zu tilgen. «Wir werden alles daran setzen, die Stillen Einlagen des Bundes für das Jahr 2011 zu bedienen», wird er vom «Handelsblatt» zitiert.

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Von den einst 16,2 Milliarden Euro, die der deutsche Staat zur Verfügung stellen musste, hat die Commerzbank bereits einen Grossteil zurückbezahlt - noch stehen 1,9 Milliarden Euro aus dem Bankrettungsfonds Soffin in den Büchern. Diesen Betrag will die Commerzbank bis spätestens 2014 zurückzahlen.

Weitere Staatshilfen schliesst Blessing aus. Die Bank sorgte unlängst in politischen Reihen für Unmut: Trotz Milliardengewinn zahlt das Unternehmen auf das vom Staat geliehene Geld keine Zinsen - der Grund: Für diese Berechnung ist das deutsche und nicht internationale Bilanzrecht massgebend. Und bei dieser Berechnungsart steckt die Commerzbank noch immer in den tiefroten Zahlen.

(vst)