Die teilverstaatlichte Commerzbank ist mit einem Gewinnrückgang ins Jahr gestartet. Unter dem Strich verdiente das zweitgrösste deutsche Kreditinstitut nach eigenen Angaben 369 Millionen Euro. Das sind gut 60 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Damals waren die Geschäfte noch gut gelaufen, ehe die Schuldenkrise in der Eurozone der Commerzbank im weiteren Jahresverlauf schwer zusetzte und sie nur durch Sondereffekte einen Verlust vermied. Zu Belastungen von gut 500 Millionen Euro führte der Abbau von Risikopositionen in der Bilanz und die Neubewertung der eigenen Verbindlichkeiten. Ohne diese Sondereffekte wäre das operative Ergebnis laut Bank im Vergleich zum Vorjahr fast stabil geblieben.

Keinen Ausblick in die Zukunft

Die Bank verfehlte mit dem Nettoergebnis nun aber die eigenen Erwartungen. Der Vorstand selbst hatte für das gesamte erste Halbjahr einen Überschuss von 1,2 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Gemessen an dieser Kalkulation hätte das Institut mindestens 600 Millionen Euro verdienen müssen, zumal das zweite Quartal bei den Banken normalerweise schlechter läuft als das erste. Analysten hatten aber bereits damit gerechnet, dass die Bank dieses Ziel nicht schafft. Dennoch verfehlte die Bank unter dem Strich Erwartungen der Experten, beim operativen Ergebnis traf das Unternehmen aber zumindest die Schätzungen.

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Einen konkreten Ausblick für dieses Jahr traute sich die Bank angesichts der anhaltend hohen Unsicherheiten über den Verlauf der europäischen Staatsschuldenkrise erneut nicht zu.

(muv/chb/awp)