Die Commerzbank wittert im Geschäft mit reichen Privatkunden Morgenluft – nicht zuletzt wegen des Abschieds von Schweizer Instituten aus Deutschland. «Das sehen wir als Chance. Wealth Management ist für die Commerzbank ein absoluter Wachstumsbereich», sagte Commerzbank-Bereichsvorstand Gustav Holtkemper der deutschen Zeitschrift «Euro am Sonntag» laut einem Vorabbericht. «Ich rechne damit, dass Credit Suisse noch nicht die letzte Schweizer Bank war, die ihr Vermögensverwaltungsgeschäft in Deutschland aufgibt. Dieser Markt wird sich in den nächsten zwei, drei Jahren stark verändern», sagte er.

9000 Deutsche kehrten der Credit Suisse bereits den Rücken

Holtkemper zufolge verwaltete die Commerzbank Ende 2013 in der Sparte «Wealth Management» 53 Milliarden Euro Kundenvermögen, rund vier Prozent mehr als im Vorjahr. «Wir streben klar einen Ausbau unseres Marktanteils an, wobei wir sehr eng mit der Mittelstandsbank der Commerzbank kooperieren», sagte er weiter. Der Marktanteil liege bei zehn Prozent.

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Anfang Dezember hatte die Frankfurter Bethmann Bank rund 9000 wohlhabende Privatkunden der Schweizer Grossbank übernommen. Mit den zehn Milliarden Euro, die diese Klientel mitbringt, steigt die Tochter der verstaatlichten niederländischen ABN Amro eigenen Angaben zufolge zur Nummer drei in diesem Segment auf, hinter der Deutschen Bank und der Commerzbank.

Luft wird dünner für Schweizer Banken in Deutschland

Die Credit Suisse hatte ihr Geschäft mit den von Deutschland aus betreuten Kunden zur Disposition gestellt. Sie will sich auf die Superreichen mit mehr als zehn Millionen Schweizer Franken Vermögen konzentrieren.

Schweizer Banken haben es in Deutschland zunehmend schwer: Zum einen reicht das verwaltete Vermögen meist nicht, um das Geschäft profitabel zu betreiben, zum anderen stossen Kunden der eidgenössischen Banken bei den Steuerbehörden immer häufiger auf Misstrauen, auch wenn sie ihre Konten im Inland führen.

(reuters/moh)