Die Commerzbank plant den Alleingang. Ihre Kapitallücke wird ohne die stille Einlage von 750 Millionen Euro der Allianz-Versicherung gestopft. Dies, weil das Ergebnis des vierten Quartals glänzend verlief. Damit verbessert die Commerzbank ihre Position gegenüber der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) erheblich.

Der Vorstandsvorsitzende Martin Blessing ist äusserst optimistisch: «Innerhalb von wenigen Wochen haben wir mit den eingeleiteten Massnahmen bereits zum Jahresende 2011 unseren Kapitalbedarf um rund 3 Milliarden Euro reduziert und damit schon heute knapp 60 Prozent der EBA-Kapitalanforderung erfüllt.»

Die Konzernspitze teilte heute zudem mit, man habe ein Massnahmenpaket mit einem Potenzial von 6,3 Milliarden Euro geschnürt. Mit der von Blessing angekündigten 3-Milliarden-Reduktion wurde der aktuelle Kapitalbedarf 2,3 Milliarden Euro reduziert, verkündet die Commerzbank heute auf ihrer Webseite.

Die Commerzbank braucht fürs Erreichen einer ausreichend harten Kernkapitalquote nach ersten Meldungen 5,3 Milliarden Euro - zuletzt sind Informationen aufgetaucht, dass diese gar bei 6 Milliarden liegen könnte. Gibts in Griechenland einen grösseren Schuldenschnitt, könnte die aktuell schon grosse Kapitallücke der Commerzbank sich noch vergrössern.

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Die Spitze der zweitgrössten deutschen Bank muss bis spätestens diesen Freitag den Aufsehern der EBA klarmachen, wie die Finanzierungslücke bis zur Jahresmitte geschlossen wird.

Die Commerzbank wird der EBA gemäss «FAZ» einen «Plan A» präsentieren, der keine Allianz-Gelder vorsieht. Erst wenn manche Massnahmen darin nicht verwirklicht werden könnten, wird die Commerzbank einen «Plan B» aus der Tasche ziehen, bei dem die Allianz wieder ins Spiel käme. Dann würde der Versicherer seine stille Einlage von 750 Millionen Euro in Kernkapital verwandeln - die Verhandlungen für diesen Fall sind jedoch noch nicht abgeschlossen.

(chb/vst)