Die Commerzbank hat einem Pressebericht zufolge einen Ersatz für ihren scheidenden Finanzvorstand gefunden. Der Nominierungsausschuss des Aufsichtsrats werde einen externen Manager als Nachfolger für den noch bis Ende März amtierenden Eric Strutz vorschlagen, berichtete das «Handelsblatt» unter Berufung auf Finanzkreise.

«Für den 2. Dezember ist eine Aufsichtsratssitzung mit dem Tagesordnungspunkt Vorstandsangelegenheiten angesetzt worden», habe es im Konzern geheissen. Die Commerzbank habe sich dazu nicht äussern wollen.

Sollte die Personalie nicht auf der Zielgeraden scheitern - der unterschriftsreife Vertrag ist dem Bericht zufolge noch nicht unterzeichnet, zudem müsse der Aufsichtsrat noch zustimmen -, dann wäre der Bank eine Überraschung geglückt.

Zuletzt hätten nur noch wenige Beobachter dem Institut zugetraut, angesichts der schwierigen Lage der Bank einen externen Manager zu gewinnen. Daher hätten viele zuletzt mit einer internen Lösung gerechnet, etwa mit der Berufung des Strategiechefs Michael Bonacker oder des Bereichsleiters im Finanzressort, Markus Krebber.

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Anleihen gegen Aktien

Gleichzeitig erwägt die Bank erwägt einem weiteren Bericht zufolge erneut den Ankauf von eigenen Anleihen. Die Bank plane, bestimmte Papiere unter ihrem Nennwert zurückzunehmen und die Besitzer mit neuen Aktien auszuzahlen, berichtete die «Financial Times Deutschland» («FTD») ohne Nennung von Quellen.

Die teilverstaatlichte zweitgrösste deutsche Bank erhoffe sich dadurch auf der Kapitalseite eine Entlastung von 600 Millionen bis eine Milliarde Euro. Anders als die möglicherweise zum Rückkauf anstehenden nachrangigen Anleihen werden Aktien von der europäischen Bankenaufsicht (EBA) als hartes Kernkapital anerkannt. Die Bank lehnte gegenüber der «FTD» eine Stellungnahme zu den Informationen ab.

(vst/tno/awp)