Etliche Privatanleger haben nach dem Ausbruch der Finanzkrise mit offenen Immobilienfonds sehr viel Geld verloren. So auch jene zwei Sparer, die vor dem Landgericht Frankfurt am Main auf Schadenersatz geklagt hatten - und nun gewonnen haben.

Konkret ging es beim Streitobjekt um den «P2 Value» von Morgan Stanley. Der Fonds wurde im Oktober 2008 eingefroren - die Liquidation läuft derzeit. Für die Anleger bedeutet dies, dass sich das investierte Kapital in den vergangenen drei Jahren praktisch halbiert hat.

Eingeklagt und nun verurteilt wurde die Commerzbank. «Die Bank sei zum Schadenersatz verurteilt worden, weil sie die Anlegerin nicht über das Kapitalverlustrisiko aufgeklärt hat», berichtet «Welt Online» über den Fall.

Die Commerzbank hat bereits Berufung eingelegt. Insgesamt sind laut Bericht in Deutschland rund 1,5 Millionen Anleger in insgesamt elf eingefrorenen Immobilienfonds investiert - die ursprüngliche Anlagesumme betrug rund 30 Milliarden Euro. «Die für die Sparer positiven Ergebnisse beider Prozesse haben noch keine grundsätzliche Bedeutung», heisst es.

Solche Klagen seien keine Selbstläufer, wird ein Berliner Anwalt von «Welt Online» zitiert. «Anleger sollten vor einer Klage genau ihre Erfolgsaussichten prüfen lassen, sonst besteht die Gefahr, dass sie schlechtem Geld gutes hinterher werfen», so ein Kommentar aus der Verbraucherzentrale Bremen.

(vst/laf)