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Commerzbank ohne konkreten Ausblick, Stellenabbau bei Eurohypo

Die Commerzbank pocht auf ihr Geschäftsmodell. (Bild: Keystone)

Die Commerzbank wagt keinen konkreten Ausblick für das laufende Jahr. Ihre Immobilientochter Eurohypo wird vermutlich zerschlagen, wodurch Hunderte Stellen wegfallen dürften.

Veröffentlicht am 29.03.2012

Die teilverstaatlichte deutsche Commerzbank traut sich weiter keinen konkreten Ausblick für dieses Jahr zu. «Aufgrund der europäischen Staatsschuldenkrise wird auch im laufenden Jahr eine hohe Marktunsicherheit herrschen», erklärte das Institut in seinem Geschäftsbericht. «Dennoch gehen wir davon aus, dass wir durch unsere Aufstellung in der Kernbank ein solides operatives Ergebnis erreichen werden», sagte Commerzbank-Chef Martin Blessing.

Für Belastungen dürften auch noch im kommenden Jahr laut dem Bericht «ein verhaltenes Wirtschaftswachstum, ein niedriges Zinsniveau und eher angespannte Geld- und Kapitalmärkte» sorgen. Das Ergebnis 2013 solle aber unter der Voraussetzung «stabiler Märkte» über dem für dieses Jahr liegen. Blessing betonte, dass das Geschäftsmodell der Bank ein nachhaltiges Ertragspotenzial besitze und deshalb nicht geändert werden müsse.

Im vergangenen Jahr hatten milliardenschwere Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen den Überschuss der zweitgrössten deutschen Bank um mehr als die Hälfte auf 638 Millionen Euro (Vorjahr: 1,4 Milliarden) einbrechen lassen. Dank Gewinnen aus dem Rückkauf sogenannter Hybridpapiere rettete sich die Bank noch in die schwarzen Zahlen. Die Bilanz wurde durch die Euro-Schuldenkrise mit rund 2,3 Milliarden Euro belastet. Die Bank schrieb ihre Hellas-Anleihen um knapp 74 Prozent ab.

Eurohypo wird wohl abgewickelt

Geeinigt hat sich die Commerzbank derweil mit der EU-Kommission über die Zukunft der krisengeschüttelten Immobilientochter Eurohypo. Formal werde die Einigung an diesem Freitag von der Kommission verabschiedet, erklärte EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia am Mittwoch. Details nannte der Spanier nicht. Es sickerte aber bereits durch, dass die Eurohypo nun zerschlagen werden soll und die Commerzbank zumindest einen Teil - das Geschäft mit gewerblichen Immobilien in einigen Ländern - behalten darf.

Damit dürften laut «Handelsblatt» mehr als 300 der knapp 1200 Stellen bei der Eurohypo gestrichen werden. Als Auflage für in der Finanzkrise erhaltene Staatshilfen hatte die Kommission ursprünglich den Verkauf der Eurohypo bis Ende 2014 gefordert. Doch es gab keine Interessenten.

(tno/laf/awp)

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